H&M macht Werbung mit Muslima Kopftuch-Model sorgt für Begeisterung

H&M ist auf die muslimischen Kundinnen aufmerksam geworden. Zum ersten Mal zeigt die Modekette in einem Werbefilm ein Model, das mit Kopftuch posiert. Der Clip kommt bei den Musliminnen an - sie fühlen sich endlich angesprochen.
H&M (Home, Kleider, Sale) Mariah Idrissi posiert mit Kopftuch
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Mariah Idrissi posiert in der neuen H&M-Kampagne «Close the Loop» mit Kopftuch.

Als Mariah Idrissi Anfang Jahr das Angebot bekam, für die Modekette H&M zu modeln, war sie skeptisch. «Bist du sicher, dass sie wissen, dass ich einen Hidschab trage?», fragte die Muslima ihren Modelscout. Nach kurzem Zögern nahm die 23-Jährige das Angebot an - nachdem sie ihre Eltern um Erlaubnis gefragt habe, wie sie gegenüber Fusion.net erzählt. «Immerhin ist es für den guten Zweck», so Idrissi. Mit der Kampagne «Close the Loop», in der auch XXL-Models, ein Beinamputierter oder eine Dragqueen zu sehen sind, will H&M auf seine Recycling-Aktionen aufmerksam machen.

Dass die Muslima für die Kampagne einwilligte, ist für das schwedische Modehaus ein Glücksfall. Auf Facebook löste das Werbefoto einen regelrechten Begeisterungssturm aus. Über 4000 Menschen kommentierten das Bild, über 1400 Mal wurde der Beitrag geteilt. «Vielen Dank H&M. Es gibt viele Musliminnen, die es lieben, bei euch zu shoppen. Und jetzt lieben wir euch noch viel mehr» oder «Ich bin zwar keine Muslimin, aber mir gefällt der Style und wie offen H&M ist», sind nur einige der durchwegs positiven Kommentare.

Mariah Idrissi hatte jedoch einige Bedingungen an das Textil-Unternehmen, damit sie für den Werbespot posierte. So bekam sie beispielsweise eine eigene Garderobe und die Interaktionen mit Männern wurde auf ein Minimum limitiert. «Wenn die Kameramänner bemerkten, dass etwas nicht ganz richtig war, riefen sie Frauen, um es zu beheben. Eine der Uhren zeigte in die falsche Richtung, und anstatt sie einfach an meinem Handgelenk zu drehen, fragte der Kameramann eine Frau, ob sie schnell kommen könnte», so das Model, das seit seinem 17. Lebensjahr Kopftuch trägt. Und Mariah fügt an: «Sie fragten mich zwar, ob ich bereit wäre, meinen Hals zu zeigen, aber sie waren wirklich sehr respektvoll

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