Japanerin inszeniert Intim-Selfie Was sich mit einer Vagina alles anstellen lässt

Wussten Sie, dass man aus einer Vagina auch ein Kajak machen kann? Oder sie sich als Schatzkästchen um den Arm binden lässt? Was Kunst alles kann, beweist die Japanerin Megumi Igarashi.
Yeah! Vaginale Kunst einmal anders.

Yeah! Kunst einmal anders! Mit Vagina!

Eigentlich wäre hier jetzt ein Aufschrei angebracht. Nicht etwa, weil die japanische Künstlerin Megumi Igarashi ihre Vagina künstlerisch in Szene zu setzen weiss. Sondern weil sie deshalb verhaftet worden ist, wie «The Guardian» berichtet.

Wies dazu kam? Megumi Igarashi, Künstlername Rokudenashiko, sorgt sich um die Aufklärung der weiblichen Jugend in Japan. Um diese sei es nämlich nicht gut bestellt. Weil das weibliche Genital in der japanischen Öffentlichkeit praktisch inexistent sei, habe sie selbst nie gewusst, wie es da unten auszusehen habe, erklärt sie auf ihrer Website. «Ich dachte, es sei lustig, ein Modell aus meiner Pussy zu machen und es zu dekorieren.». Entstanden ist unter anderem das Werk «Vaginal battle scene», also eine «vaginale Kampfszene» mit Spielzeugsoldaten, die in einem Spalt in Deckung gehen.

«Vaginale Kampfszene» von Megumi Igarashi
© Decoman

Wieso nicht? Die «Vaginale Kampfszene» von Megumi Igarashi.

Für eine doppelte Provokation sorgt das Werk «Fukushiman»: Eine Vagina-Modellbild des beschädigten Atomkraftwerkes Fukushima.

Fukushiman

Das Werk «Fukushiman» mit Vagina.

VON DER KUNST INS GEFÄNGNIS
«Ich war sehr überrascht, wie sehr sich die Leute über mein Werk aufregten», schreibt Igarashi weiter. Nur schon, wenn sie das Wort «manko», japanisch für Vagina, in den Mund genommen habe. Die 42-jährige Künstlerin liess nicht nach und machte weiter Kunst. Ihr Gesamtwerk nennt sie «Decoman», eine Kombination aus «decorated» und eben «manko»: «dekorierte Vagina». Darin finden sich inzwischen zahlreiche Werke. Zum Beispiel:

Arm- und Halsschmuck,...

Arm- und Halsschmuck

...eine Taschentuch-Schatulle,...

Taschentuch-Schatulle à la Vagina
© Decoman

...oder eine Handyhülle.

Handy-Hülle
© Decoman

Jetzt aber wollte «Rokudenashiko» in grösseren Formen modellieren: Wieso nicht ein Kajak in Vagina-Form? Dank Crowdfunding stand auch dem «Pussy Boat» nichts mehr im Wege. Für ihr Kajak war jedoch eine dreidimensionale Vagina in Übergrösse von Nöten. Zur Umsetzung nahm Igarashi die Hilfe eines 3D-Druckers in Anspruch.

 
Vor dem Druck müssen zuerst die Daten erfasst werden
© Facebook Rokude Nashiko

Das Projekt ist inzwischen realisiert, Igarashi selbst unternahm die Jungfern-Fahrt im «Pussy Boat». Jetzt haben sich allerdings die Behörden eingeschaltet. Stein des Anstosses ist dabei nicht das Boot selbst, sondern die Vorgehensweise der Künstlerin. Denn für den Druck verschickte sie gemäss Focus.de die Daten ihrer Vagina per Internet. Das ging der japanischen Justiz zu weit. Die Polizei verhaftete Igarashi wegen «Verbreitung obszönen Materials». Sie selbst bestreitet die Vorwürfe, ihre Arbeit sei in keiner Weise obszön. Wann sie das nächste Mal auf dem Wasser unterwegs sein kann, ist jedoch unklar.

Pussy Boat

Das «Pussy-Boot» schwimmt schon mal - Megumi Igarashi selbst sitzt im Gefängnis.

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