Foto-Projekt Rock'n'Roll & Pomade: Künstlerin reist in die 50er

Jennifer Greenburg ist ein grosser Fan der 50er-Jahre. Daher lag die Idee wahrscheinlich auch auf der Hand, Gleichgesinnte vor die Linse zu bitten. Zehn Jahre lang hat die Künstlerin Rockabillys in den USA besucht und sie in ihrem ungwöhnlichen Umfeld abgelichtet.

«Ganz zu Anfang dachte ich, es geht nur um Mode. Doch dann merkte ich schnell, dass es sich um eine Subkultur handelt», sagt Jennifer Greenburg von SI online auf die Idee angesprochen, Rockabillys zu porträtieren. Eine nostalgische Welt, die der Fotografin nicht gänzlich fremd ist. «Seit meiner Kindheit sammle ich Kleider und Schmuck aus den 50er-Jahren.» Als sie dann zum ersten Mal auf Gleichgesinnte trifft, reift in ihr die Idee, diese Szene fotografisch zu begleiten. 

«Die Menschen, die ich fotografiert habe, mögen das Design und den Stil dieser Zeit. Sie haben gerne Leute um sich herum, die gleich denken und fühlen, daher hat sich aus diesem Wunsch eine ganze Gemeinschaft gebildet», so Greenburg. Man müsse wissen, dass es in den USA schwierig sei, sich einer Gruppe zugehörig zu fühlen. «Die meisten Amis sind nichts als als Amis. Und weil unsere Vorfahren schon vor hundert Jahren eingewandert sind, sind wir auch keine Iren, Italiener oder Polen mehr.» Die Rassen seien durchmischt. «Also zu welcher Gruppierung gehört man?», fragt die Fotografin. Und liefert gleich selbst die Antwort: «Man muss selbst eine finden. Das ist das, was bei diesen Leuten passiert ist.» 

Natürlich habe es eine gewisse Zeit gedauert, bis sie das Vertrauen der Retro-Fans für sich hätte gewinnen können. Sie musste sie ihnen nur klar machen, dass sie sie weder kritisieren noch Witze über sie reissen würde. «Ich bin ein Teil ihrer Kultur, das mussten sie begreifen. Danach war es einfach», schildert Greenburg ihre Anfänge. Danach wurden ihr sämtliche Türen zu liebevoll gestalteten Häusern und Wohnungen geöffnet. «Alles sehr fröhliche Orte, an denen ich mich auf Anhieb sehr wohl gefühlt habe.» Ausserdem seien die Menschen sehr zugänglich gewesen. «Durch mein Foto-Projekt ‹The Rockabillies› haben sich tiefe Beziehungen entwickelt, die ich noch immer pflege.» Sie habe in jeder Stadt Freunde, die ihr jederzeit zur Seite stehen würden. «Das ist einfach wunderbar.» 

Klicken Sie sich durch die Galerie und sehen Sie, wie die Anhänger von Rock'n'Roll, Pomade und Oldtimern ihren Retro-Lebensstil in den USA zelebrieren.

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