«Rent a Rentner» Keinen Opa? Dann adoptieren Sie einen!

Pflanzen giessen, Bilder aufhängen oder einfach nur plaudern. Bei «Rent a Rentner», der Plattform, die Senioren Mini-Jobs vermittelt, können diese neu auch als Grosseltern «adoptiert» werden.
Die Gründer von «Rent a Rentner»: Sarah Hiltebrand, deren Vater Peter und Reto Dürrenberger. Peter Hiltebrand besass vor seiner Pension ein Elektro-Geschäft und bietet heute als «alter Sack» sein Können an.
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Die Gründer von «Rent a Rentner»: Sarah Hiltebrand, deren Vater Peter und Reto Dürrenberger. Peter Hiltebrand besass vor seiner Pension ein Elektro-Geschäft und bietet heute als «alter Sack» sein Können an.

Einen Tag vor der Heirat zerstreitet sich ein Paar mit dessen Trauzeugen. Die Zeromonie findet aber trotzdem statt - dank der Hilfe zweier Senioren, erzählt «Rent a Rentner»-Mitgründerin Sarah Hiltebrand. «Das Paar mietete sich einfach zwei Rentner von unserer Plattform.»

Das Konzept ist einfach: Senioren - von den Gründern liebevoll «alte Säcke» und «alte Schachteln» genannt - bieten gegen einen kleine Entlöhnung ihre Dienste an. Sei es als Hundesitter, Blumengiesser, Elektriker oder eben als Trauzeugen. Eine Win-Win-Situation: Die «Mieter» bekommen preiswerte Dienstleistungen angeboten, die Pensionierten verdienen sich einen Zustupf zur Rente. Über Rentarentner.ch entstehen die Kontakte.

Neuerdings können dort auch Grosseltern «adoptiert» werden - kostenlos. «Heutzutage gründen viele Menschen erst viel später eine Familie als früher. Dann sind die Grosseltern oftmals schon sehr alt - oder leider verstorben», sagt Sarah Hiltebrand. Betroffene Familien können auf der Plattform nach Ersatz suchen. Userin «Traudl» etwa wünscht sich eine Adoptivenkeltochter, weil sie nebst ihren beiden «reizenden» Enkelkindern noch genügend Zeit hätte und Kinder liebe. Einen perfekten Nachmittag stellt sie sich mit Vorlesen, Spielen und Singen vor. Und sie möchte dem Kind «alles Schöne in der Natur» zeigen.

1327 Rentner sind mittlerweile auf der Plattform registriert - als Dienstleister und Adoptiv-Grosseltern. Aus den geschäftlichen Beziehungen sind auch schon Freundschaften entstanden: «Eine mittlerweile 85-jährige Frau sucht sich immer einen gewissen Herrn aus. Er erledigt eine Stunde lang die anstehende Arbeit, dann setzen sie sich zusammen und trinken Kaffee», erzählt Hiltebrand. «Dafür geht sie am Vortag extra zum Coiffeur.»

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