Anti-Aids-Kampagne Elena musste ihren Freund zu den Sex-Fotos überreden

«Pornografie!», «Staatslust!», «Skandal!»: Die Love-Life-Plakate zur Aids-Prävention sorgen für Schlagzeilen. Die «Schweizer Illustrierte» hat die Paare, die für die Bilder posiert haben, zu Hause besucht. Und siehe da: Sie sind weder Nudisten noch Exhibitionisten, sondern Eltern, Studierende oder Forscher. Im letzten von vier Teilen stellen wir Elena und Nicola vor.

Neun Jahre sind Elena, 27, und Nicola, 26, schon zusammen. Immer seien sie sich treu geblieben, sagen sie. «Wir hatten in dieser Zeit nie mit jemand anderem Sex.» Das Thema HIV sei schon während der Jugend stets präsent gewesen, beispielsweise in der Schule. «Und jetzt konnten auch wir einen Beitrag zur Prävention leisten», sagt Elena. Ihren Freund musste sie allerdings erst überzeugen. Nicola: «Ich bin ein ziemlich scheuer Mensch. In meinem Bekanntenkreis sind alle völlig überrascht, dass ich mich so habe fotografieren lassen.» Beim Shooting sei sehr seriös gearbeitet worden. Man habe darauf geachtet, dass nichts Entscheidendes zu sehen sei, sogar bei der Auswahl der Stellungen sei man zurückhaltend gewesen.

Im Spital Genf, wo Elena als Neuropsychologin arbeitet, hat sie auch mit HIV-Patienten zu tun: «Oftmals treten bei der Erkrankung kognitive Störungen auf, beispielsweise beim Gedächtnis oder der Konzentrationsfähigkeit.» Beim Metro-Ausgang der Uni Lausanne, wo Nicola an seiner Doktorarbeit in medizinischer Genetik schreibt, hängt ausgerechnet ihr Plakat. «Meine Kollegen sehen mich also dauernd und machen natürlich viele Spässe. Aber das ist okay so, denn auch auf diesem Weg kann man über HIV ins Gespräch kommen.»

Hier gehts zu den anderen drei Paaren der neuen Anti-Aids-Kampagne.

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