Anti-Aids-Kampagne Toni und Nicole: Noch immer voller Leidenschaft

«Pornografie!», «Staatslust!», «Skandal!»: Die Love-Life-Plakate zur Aids-Prävention sorgen für Schlagzeilen. Die «Schweizer Illustrierte» hat die Paare, die für die Bilder posiert haben, zu Hause besucht. Und siehe da: Sie sind weder Nudisten noch Exhibitionisten, sondern Eltern, Studierende oder Forscher. Im zweiten von vier Teilen stellen wir Toni und Nicole vor.

Man werde ja kaum ältere Leute wie sie für die Kampagne aussuchen, dachten sich Toni, 52, und Nicole, 48, als sie sich fürs Casting anmeldeten. Falsch gedacht. «Wir kamen zu unserer eigenen Überraschung sehr gut an.» Toni, der als Buchhalter arbeitet, hatte die Ausschreibung im Internet gesehen und fand die Idee der Kampagne toll. Seine Frau Nicole nach anfänglichem Zögern ebenfalls. Ihre einzige Bedingung: «Ich wollte nicht nackt posieren. So wie die Fotos jetzt aussehen, ist das super gelöst.»

Zwei Söhne hat das Ehepaar aus der Nordwestschweiz, das seit 21 Jahren verheiratet ist. «Die Jungs hatten ein Vetorecht. Wenn sie dagegen gewesen wären, hätten wir alles abgeblasen.» Die Botschaft der Aids-Hilfe sei ihnen sehr wichtig. Toni: «Man stelle sich vor: Für Frauen über 40 sind Seitensprünge ihrer eigenen Männer das grösste HIV-Risiko!» Aber statt eine erzkonservative Sexualmoral zu propagieren, wie es kirchliche Kreise täten, müsse man offen über Schutz sprechen. «Besser vorher als nachher. Denn viele Menschen gehen irgendwann fremd, das ist nun mal so.» Erstaunlicherweise seien sie bis jetzt weder von Bekannten noch von Bürokollegen auf den Plakaten erkannt worden, erzählen Nicole und Toni. «Schade, denn es wäre eine gute Gelegenheit, um offen über HIV zu sprechen.»

Am Samstag stellen wir im dritten Teil Anna-Lena und Stephan vor.

Hier gehts zu Basil und Olivier, die sich ebenfalls für die Kampagne haben ablichten lassen.

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