Das persönliche Interview Miss Helvetia: «Die Nati soll an meiner Beerdigung singen»

Als Miss Helvetia jodelt Barbara Klossner in den Charts und am 1. August auf dem Rütli. Im Herbst tourt die Musikerin aus dem Diemtigtal sogar durch Westafrika. Zuvor beichtet sie ihren Eltern die Wahrheit über ihr Briefmarkenkästchen, verrät ihren Spitznamen und warum sie gern eine Banane wäre.
Barbara Klossner
© Geri Born

Miss Helevetia Barbara Klossner. 

Barbara Klossner, was für ein Hintergrundbild hat Ihr Smartphone?
Einer meiner Musiker bastelte ein Foto von uns beiden als Liebespaar im Photoshop zusammen, schnappte sich mein Handy und lud es als Hintergrundbild hoch. Erst war ich schockiert, aber dann musste ich lachen und hab es behalten.

Sie dürfen Ihren Wohnort neu designen: Aus welchen Städten, Dörfern und Landschaften setzen Sie ihn zusammen?
Aus Rom die antike Bauweise, aus Rio den Strand, aus Beatenberg die schöne Aussicht, aus Diemtigen die gute Luft, aus Bern die gemütliche Atmosphäre, aus Genf die internationale Vielseitigkeit und aus Marokko die Kreativität und das gesunde Klima. 

Wie würden Sie als Bub heissen?
Adrian wegen Adrian von Bubenberg, dem Schlossherrn von Spiez und Verteidiger der Schlacht von Murten.

Welches Gemüse gehört verboten? 
Keines, es wird als Hauptbeilage unterschätzt.

Und was für eine Frucht wären Sie? 
Ganz klar – eine Banane. Sie gibt Energie, gute Laune und sättigt. 

Barbara und Ruedi Klossner
© HO

Barbara Klossner alias Miss Helvetia, 37, mit ihrem Vater Ruedi, der seine Tochter zu vielen Terminen begleitet. 

Um wie viel Prozent müssten Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren, damit Sie massiv glücklicher wären?
Ich müsste es noch um 30 Prozent steigern. Dann hätte ich den 100-prozentigen Glücklichkeitsgrad erreicht. Ich bin mit mir eins und vertraue mir – frei nach Charlie Chaplin. Ein guter Spruch reicht, um glücklich zu sein.

Als Sie Kind waren, was hat Ihre Mutter Ihnen da immer gesagt? 
«Heb dr Sorg!» Das prägte mich so, dass ich den Song «Heb dr Sorg» geschrieben habe. 

Wann verschenkten Sie zuletzt etwas Selbstgebasteltes? 
Oh – ich bin richtig unbegabt. Als ich elf war, sollten wir für die Eltern ein Briefmarkenkästchen schnitzen. Ich habs als Einzige nicht geschafft. Mein Lehrer hats fertig gemacht. Dieses Geheimnis habe ich noch nie verraten.

Die Nati soll an meiner Beerdigung die Hymne singen

Wo am Körper tuts Ihnen weh? 
Am rechten grossen Zeh. Im Januar war ich unterwegs in zu knappen Schneeschuhen. Seither schmerzt der Geselle ab und zu.

Haben Sie ein schlechtes Gewissen, wenn Sie den Teller nicht leer essen? 
Wenn ich es nicht schaffe, frage ich meine Nachbarn, ob sie für mich aufessen. 

Welche Musik soll an Ihrer Beerdigung gespielt werden?
Die Fussball-Nati soll die Schweizer Hymne singen. Ich würde sie ihnen vorher beibringen.

Die bisher beste Idee Ihres Lebens? 
Besser jodeln zu können als rechnen. 

Linda Fäh und Barbara Klossner
© Geri Born

Mit Volksmusik-Kollegin Linda Fäh singt Barbara Klossner auf Schweizer Bühnen. 

Und Ihre dümmste?
Nie rechnen gelernt zu haben. 

Welchen Wunsch haben Sie endgültig begraben? 
Als Ballerina Karriere zu machen. 

Angenommen, der liebe Gott würde Sie neu erschaffen – mit den Eigenschaften welcher Berühmtheiten? 
Die Leichtigkeit Charlie Chaplins, die Schauspielkunst von Romy Schneider, das Aussehen von Grace Kelly, die Komik und den Humor von Emil, die Stimme von Maria Callas, das Tänzerische von Margot Fonteyn, die musikalische Kreativität von Wolfgang Amadeus Mozart, die Bühnenpräsenz von Edith Piaf und das gestalterische Flair von Leonardo da Vinci. Ach ja, dazu das dichterische Flair von Johann Wolfgang von Goethe und das Lachen von Dimitri.

Überall Kuschelrockposter

Welche Pille gehört erfunden? 
Eine, um zu fliegen. Für mich wäre es ein Traum, in der Luft zu schweben und auf die Welt zu schauen wie ein freier Vogel.

Ihr Spitzname als Kind? 
Bäbä. 

Als Sie 16 Jahre alt waren, wie sah da Ihr Zimmer aus?
Überall Kuschelrockposter, Herzschmerz – einfach das volle Programm. 

Barbara Klossner
© HO

Barbara Klossner trat schon mit Hip-Hoppern in Afrika auf. 

Falls Ihr Leben verfilmt wird, welche Schauspielerin soll die Hauptrolle spielen? 
Kate Winslet.

Was in Ihrem Alltag müssten Sie aus ökologischer Sicht dringend verändern? 
Glück gehabt! In der Hinsicht lebe ich vorbildlich. Ich reise mit dem ÖV, und durch mein Jodeln und Singen erfrische, regeneriere und putze ich meine Umwelt allgegenwärtig.

Haben Sie ein Tattoo? 
Nein, dazu bin ich zu wehleidig.

Die SBB ist mein bester Freund

Der beste Ratschlag, den Sie je bekommen haben? 
Auch wenn ich deine Meinung nicht teile, kämpfe ich dafür, dass sie gehört wird. 

Erinnern Sie sich an Ihren ersten Schulschatz? 
Und wie! 

Wer ist Ihr bester Freund? 
Die SBB – sie sind zuverlässig, pünktlich, organisiert und immer freundlich. 

Über welches Geschenk haben Sie sich zuletzt gefreut? 
Dass mein Album «E Guete» auf Platz 4 in die Hitparade eingestiegen ist, war das grösste Geschenk. Am Luzerner Fest zog mich Florian Ast auf die Bühne für einen spontanen Jodel-Battle – ein Riesenspass. Ich schätze ihn sehr. 

 

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