Die neuen Väter: Mehr Familie, weniger Beruf - Teil 3 Nik Hartmann: «Ich schleiche mich in die Hauptprobe»

Sie lieben ihre Kinder. Sie sind Vater und Unternehmer, Vater und Schreiner oder Vater und Schlagersänger. Deshalb treten sie im Beruf kürzer - und ziehen im Haushalt voll mit. Die «Schweizer Illustrierte» zeigt, wie Väter den Spagat schaffen. Und wieso Männer mit Teilzeitjobs glücklicher sind. Im dritten Teil: Nik Hartmann und seine drei Jungs.
Nik Hartmann mit Söhnen Constantin Frederik Melchior
© Geri Born

Nik Hartmann mit seinen drei Buben Constantin, 13, Frederik, 10, und Melchior, 6, und Haus-Nashorn Fritz.

Unsere Familie ist wie ein KMU», sagt Fernseh- und Radio-Moderator Nik Hartmann, 43. «Und sowohl meine Frau Carla wie ich geben hundert Prozent dafür.» Er sei quasi für die kommerzielle Seite des KMU zuständig. «Aber wenn ich im anderen Bereich mithelfe, erwarte ich dafür weder Dank noch Bewunderung.» Ihre Kinder wüssten, dass beide Elternteile alles können. «Das gibt ihnen Perspektiven und Vorbilder.»

Offensichtlich beobachten Constantin, 13, und Frederik, 10, ihre Eltern zu Hause in Buonas ZG aufmerksam: Wenn ihr behinderter Bruder Melchior, 6, ein Bedürfnis anmeldet, Nik und Carla aber gerade besetzt sind, übernehmen die beiden - ohne dass man sie auffordern müsste.

Auch wenn Nik Hartmann im TV und Radio sehr präsent ist: Sein Arbeitspensum schätzt er übers Jahr auf höchstens 80 Prozent. Mehr ginge problemlos. Viele TV-Grössen moderieren denn auch zusätzlich Firmenanlässe - und verdienen damit gutes Geld. «Ich habe mir das Privileg erarbeitet, zu gewissen Dingen nein sagen zu können. Da ziehe ich Zeit mit der Familie vor.»

Klar, gibts Zielkonflikte zwischen Beruf und Familie. Doch da helfen kreative Lösungen: Kürzlich hatte Frederik seine erste Theateraufführung. Nik musste an jenem Tag arbeiten. «Da habe ich die Lehrerin gefragt, ob ich mich in die Hauptprobe schleichen dürfe.»

Ein Mann, der 80 Prozent arbeitet, wird gerade noch akzeptiert. «Bei einem kleineren Pensum gilt man schnell als faul.» Nik hofft auf ein Umdenken in den Unternehmen. «Vielleicht realisiert man dort eines Tages, dass erfahrene Väter ebenso wertvoll sind wie MBA-Absolventen.» Denn eigentlich sei es ein schlechtes Zeichen, dass man sich als Mann mit Teilzeitarbeit brüsten könne.

DAS SAGT FRAU CARLA HARTMANN:
«Nik ist mit den Kindern schlichtweg grossartig. Aber er scheut sich vor keiner Aufgabe und ist nicht nur der lustige Papa, sondern engagiert sich auch voll im Haushalt und der Erziehung.»

Im 4. Teil am Freitag, 13. November: Headhunter Guido Schilling im Interview über Väter, die Teilzeit arbeiten

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