Was von der Wiesn übrig bleibt 900 Ausweise, 330 Handys, Rollschuhe und ein Gebiss...

Das Oktoberfest München ist vorbei, die Gäste aus der ganzen Welt wieder abgereist. Zurück bleiben nicht nur die schönen Erinnerungen. Sondern auch tausende Gegenstände, die auf dem Fundbüro München auf ihre Besitzer warten.
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Beim Feiern auf der Wiesn geht schnell mal etwas verloren. Auch Rollschuhe, Rollator, Eheringe oder das Gebiss...

Haben Sie sich schon einmal überlegt, mit den Rollschuhen ans Oktoberfest in München zu gehen? Oder wie schnell würden Sie es merken, wenn Sie Ihr Gebiss nach der Party nicht mehr hätten? Rollschuhe und Zahnprotesen sind nur zwei von tausenden Gegenständen, die nach dem zweiwöchigen Grossanlass auf dem Fundbüro gelandet sind. Zehn zusätzliche Mitarbeitende beschäftigt die Stadt jeweils während der Wiesn. Zusammen mit den 26 ständigen Mitarbeitenden arbeiten sie im Zweischichtbetrieb, um den Ansturm zu bewältigen.

Die mühsame Arbeit aber beginnt für das Fundbüro-Team erst nach dem Fest, wenn es ans Sortieren und Abklären geht. «900 Ausweise, 770 Kleidungsstücke, 530 Portemonnaies, 400 Schlüssel, 330 Handys, 305 Taschen und Rucksäcke...», zieht Dr. Kristin Nettelnbrecher, Sprecherin der Stadt München, gegenüber SI online die diesjährige Bilanz. Nebst den alltäglichen Gegenständen finden sich auch zahlreiche Kuriositäten: Ein Kunstgegenstand «Mann mit Hut und Klaviertastatur» sei beispielsweise abgegeben worden. Oder zwei Eheringe, vier Karten für das Fussballspiel Bayern München gegen Hannover 96 vom vergangenen Samstag sowie ein iPhone 6! «Während andere für das neuste iPhone lange anstehen mussten, hatten wir schon eines bei uns im Fundbüro», so Nettelnbrecher. Und auch die Kuriositäten-Liste der vergangenen Jahre lässt sich sehen:

2013: Halteverbotsschild, polnisches Autokennzeichen
2012: Babyphone, zwei Waldhörner, ein Hörgerät
2011: Gebiss (ist anscheinend beliebt), Wikinger-Helm, Venezianische Karnevalsmaske, Rollator

Bei Handys, Ausweisen oder ähnlichem werde nun versucht, über Behörden oder Netzbetreiber die Besitzer ausfindig zu machen. Die restlichen Gegenstände liegen vom 3. November bis 30. Januar auf dem Münchner Fundbüro zum Abholen bereit. Siebzig bis achzig Prozent der Sachen bleiben aber zurück. Diese werden anschliessend anderweitig verwertet: «Je ein Drittel der Gegenstände werden karitativen Zwecken zugeführt, datenschutzgerecht vernichtet oder zugunsten der Stadtkasse versteigert», erklärt Nettelnbrecher. Wie viel wohl eine Zahnprotese bei einer Versteigerung einbringt?

Auch etwas verloren am Oktoberfest in München? Vielleicht liegts auf dem Fundbüro zum Abholen bereit!

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