Natalie Urwyler gewinnt den Prix Courage 2018 «Ich kämpfe für meine Tochter!»

Was mutig sein heisst, hat die Ärztin Natalie Urwyler bei ihrem Kampf gegen die Benachteiligung von Frauen gezeigt! Sie liess sich nicht unterkriegen. Und nun wurde sie belohnt - mit dem Prix Courage 2018.
Prix Courage 2018
© Nik Hunger

Für ihren Einsatz erhält Natalie Urwyler den mit 15'000 Franken dotierten «Beobachter Prix Courage» von Jury-Präsidentin Susanne Hochuli und Chefredaktor Andres Büchi.

Sie habe sich für die Rechte der Frauen eingesetzt und sich so mehr Feinde als Freunde gemacht, sagt Susanne Hochuli, ehemalige Aargauer Regierungsrätin und Jury-Präsidentin des «Beobachter Prix Courage» am Freitagabend, als sie Natalie Urwyler den Preis überreicht.

Die 44-jährige Ärztin aus Brig VS arbeitete elf Jahre im Inselspital Bern und galt als Nachwuchshoffnung. Urwyler kritisierte den ungenügenden Schutz von Schwangeren am Spital und wehrte sich gegen die Benachteiligung von Frauen. Nach der Geburt ihrer Tochter kam es zum Bruch. Im Juni 2014 wurde ihr gekündigt. Doch Urwyler bewies Mut, machte vor Gericht eine systematische Diskriminierung geltend und zwei Instanzen gaben ihr Recht.

Wonder-Woman statt Barbie-Puppe

«Ich habe nicht nur für mich gekämpft. Ich habe für meine Tochter gekämpft und für alle Töchter der Schweiz. Damit sie später mal nicht aufgrund ihres Geschlechts beurteilt werden, sondern aufgrund ihrer Leistungen», sagt die Gewinnerin. Ihr sei es wichtig, dass ihre Tochter eine Feministin werde. «Ich wollte ihr keine Barbie-Puppe schenken, also bin ich losgezogen und habe ihr eine Wonder-Woman-Figur gekauft.»

Prix Courage 2018
© Nik Hunger

Mutige Sieger: Hannes Schmid erhält den Prix Courage Lifetime Award und Natalie Urwyler den Prix Courage.

Ein Leben für den «smiling Gecko»

Der «Beobachter Prix Courage Lifetime Award» bekam Hannes Schmid verliehen. Er gilt als einer der bedeutendsten Fotokünstler der Schweiz und hat vor bald sieben Jahren das Hilfsprojekt «Smiling Gecko» in Kambodscha gegründet. Andres Büchi, Chefredaktor des Beobachters: «In einem Alter, in dem sich andere zur Ruhe setzen, startete er noch einmal völlig neu.»

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