Stillende Männer Absurdes Projekt: Väter geben die Brust

Stillende Frauen polarisieren. Und stillende Männer? Irritieren. Deshalb hat der Fotograf Hector Cruz die Kampagne «Project Breastfeeding» ins Leben gerufen. Die soll nicht nur auf das Verständnis der Umwelt abzielen, sondern frischgebackene Väter für die Probleme ihre Frauen sensibilisieren.

Die Idee kommt Hector Cruz, als seine Frau Nicole im Oktober des vergangenen Jahres ihr erstes gemeinsames Kind zur Welt bringt. Plötzlich dreht sich alles um wunde Brustwarzen und das Stillen. Schwierigkeiten, die sowohl ihm als auch der jungen Mutter fremd sind. Noch, denn schliesslich sind für moderne Männer solche Probleme dazu da, um gelöst zu werden.

Zwar engagiert Cruz eine Stillberaterin, doch muss er dabei realisieren, dass die meisten Informationen lediglich auf Frauen ausgerichtet sind. Dabei bräuchten doch auch Männer bei diesem delikaten Thema Nachhilfe. Schon allein, um nicht mehr ganz so hilflos daneben zu stehen, wenn die bessere Hälfte über die widrigen Umstände klagt. Denn: Eine Studie aus dem Jahr 2000 hat gezeigt, dass Mütter beim Stillen erfolgreicher sind, wenn die Väter sie dabei unterstützen. Ausserdem seien sowohl die Milchversorgung als auch die Haltung des Mannes zwei Hauptfaktoren, ob sich eine Frau zur Brust-Ernährung entschliesse, schreibt Blog.sfgate.com.

Jeder will doch ein guter Vater sein

Von der Idee zum Bild - dieser Schritt gestaltet sich für den Fotografen aus Clarksville, Tennessee, dann erstaunlich einfach. Er fragt in seinem Umfeld Männer an, deren Frauen ihren Kindern in der Schwangerschaft die Brust gegeben haben. Und stösst auf ein durchwegs positives Echo. «Wenn sich Männer mit ihren Kindern in der Still-Pose ablichten lassen, zeigt das doch die Unterstützung, die die Väter den Müttern zukommen lassen wollen.»

Dass es kein einfaches Unterfangen ist, ein Kind derart lange in den Armen zu halten, zeigt sich bei Avalee. Das neun Monate alte Baby windet sich während den Aufnahmen so heftig, dass es sowohl für den Fotografen als auch für Papa Alan Bartlett schwierig ist, das Projekt umzusetzen. Das liegt natürlich auch an der Tatsache, dass das Verweilen an Papas Brust für das Kleinkind schlichtweg unbefriedigend ist. Dennoch sei es für Väter enorm wichtig, solch eine Situation mal nachzuempfinden. Jetzt verstünde er nämlich halbwegs, wie der Körper seine Frau funktioniere, sagt Bartlett. Das - und zu begreifen, was die körperlichen und mentalen Bedürfnisse seiner Kinder seien - würde ihn zu einem besseren Daddy machen. 

Genau das sei nämlich ein grosses Bedürfnis der Männer. «Jeder will doch ein guter Vater und ein guter Ehemann sein, nur weiss er nicht wie», sagt Cruz. Deshalb sei sein Vorhaben, für das er über die Website Gofundme.com Spenden sammelt, so wichtig. Schliesslich möchte er in Zukunft, dass jeder Mann einen Ort hat, wo er hingehen und sich informieren kann.

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