Badar Azim Vom Palast in den Slum: Queen-Diener ausgewiesen

Weil sein Visum nicht verlängert wurde, musste Badar Azim zurück nach Indien. Dort wohnt der ehemalige Angestellte von Königin Elizabeth nun zusammen mit seiner neunköpfigen Familie in einer kleinen Hütte in Kalkutta.

Es waren die berüchtigten fünf Minuten Ruhm, die Badar Azim vor genau zwei Wochen weltweit bekannt gemacht haben: Als George Alexander Louis am 22. Juli 2013 das Licht der Welt erblickt, sind Englands Augen auf den Mann gerichtet, der die Geburtsurkunde des Sohnes von Prinz William und Herzogin Catherine, beide 31, an der Staffelei auf dem Hof des Buckingham Palastes befestigt. Warum ausgerechnet er die Ehre hatte, die frohe Botschaft mit der Welt zu teilen, ist nicht bekannt.

Doch das Glück von Badar Azim währte nicht lange: Weil seine Aufenthaltsgenehmigung nicht verlängert wurde, musste der 25-Jährige nach eineinhalb Jahren im Dienste des britischen Königshauses seine Koffer packen. «Er wollte sehr gerne bleiben, aber sein Visum wurde nicht verlängert und er musste gehen», sagt eine Quelle aus dem Palast gegenüber der englischen Zeitung «Daily Mail».

Während also seine ehemalige Arbeitgeberin, die 87-jährige Queen Elizabeth, ihren Sommer auf Schloss Balmoral verbringt und Prinz William die Qual der Wahl zwischen dem Landsitz der Middletons, Anmer Hall oder dem Kensingston Palast hat, teilt sich Badar Azim mit seiner neunköpfigen Familie eine kleine Hütte in den Slums von Kalkutta. Auf engstem Raum und umgeben von Armut. Dabei hatte er einst die Chance auf ein besseres Leben. Nach der Schule bekam der Kalkuttaner ein Stipendium und studierte an der Napir Universität im schottischen Edinburgh «Hospitality Managment». Nach dem Abschluss erfüllte sich sein grösster Traum: eine Anstellung im Buckingham Palace.

Wie es jetzt für den einstigen Bediensteten des britischen Königshauses weitergeht, ist noch unklar. Zwar sollen sich die Kollegen von Azim bei der Queen und Prinz William für sein Bleiben eingesetzt haben, doch eine Reaktion der beiden blieb bislang aus. Gemäss Badars Onkel Nasim hätte sein Neffe erneut einen Antrag auf Ausreise gestellt und würde schon bald wieder seinem Job in England nachgehen, schreibt die «Daily Mail». Es sieht also aus, als habe der Medienhype in seinem Falle etwas gebracht. Auch wenn England ihm am Mittwoch einen Maulkorb verpasst hat und seine Familie empört ist, dass man aus Badar Azim einen «Slumdog» - also einen elenden Hund - gemacht habe.

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