Twitter Amerikanerin berichtet live von Geburt - Fotos inklusive!

Schonungslos und echt: Ruth Iorio aus Los Angeles hat ihre Twitter-Follower detailliert über die Entbindung ihres Babys informiert. Vom Anfang der Wehen bis nach der Geburt.
  • 26. Dezember, 7.03 Uhr: Die Wehen haben ungefähr um 8 Uhr abends begonnen. Mild, 30 Sekunden lang, alle 2.5 Minuten. Habe die Geburtshelferin angerufen und ihr gesagt, dass ich dabei bin, das Haus zu putzen.
  • 26. Dezember, 7.34 Uhr: Ok, ich gehe ins Bad. Ein Bad kann die Wehen verlangsamen/stoppen. Ich bin cool, meine Geburtshelferin auch.
  • 26. Dezember, 8.11 Uhr: Habe ein Bad genommen. Fühlte mich gut, aber die Wehen haben zugenommen. Ungefähr 40 Sekunden alle 2 Minuten.
  • 26. Dezember, 8.24 Uhr: Es hilft, herumzulaufen. Ich kann mir nicht vorstellen, mit einer Infusion im Bett zu liegen. Das wäre ätzend. Twittern hilft auch. Wehen sind gut!


Fast im Minutentakt schildert Ruth Iorio, was bei der Hausgeburt ihres ersten Kindes passiert. Die Notizen hält sie aber nicht etwa in ihrem persönlichen Tagebuch fest - die US-Amerikanerin twittert sie in die Welt hinaus. Unter dem Hashtag «#ruthshomebirth» dürfen alle ihre Niederkunft mitverfolgen. Und teilweise auch mitansehen: Die werdenden Eltern posten in regelmässigen Abständen Bilder auf Twitter und Instagram. Zum Beispiel von ihrem Gläschen Whiskey Sour, das sie gegen die Schmerzen trinkt, während sie auf ihr «Biest» wartet. Oder von ihren Entspannungsübungen auf einem Gymnastik-Ball.

Sie wolle damit ihre «einzigartige Erfahrung» zeigen, erklärt Ruth Iori gegenüber «The Huffington Post» - «egal, ob attraktiv oder nicht, einfach ehrlich». Ausserdem verfolge sie ein politisches Anliegen mit der Aktion: Sie wolle aufzeigen, wie Frauen dazu gedrängt würden, ihr Kind in einem Spital statt zu Hause auf die Welt zu bringen. «Ich weiss, eine Hausgeburt ist nichts für jede Frau, aber wir müssen uns fragen, was passiert. Die USA versucht, ihre Hebammen loszuwerden.»

Es scheint ihr ernst zu sein. Denn selbst, als ihre Fruchtblase platzt, fährt Ruth Iorio mit ihren Schilderungen auf Twitter fort. Der werdende Papa Jared hält derweil mit der Fotokamera fest, wie sich seine Partnerin kniend in der Badewanne abmüht. Dann, Minuten später, kommt das Baby endlich zur Welt. Es ist ein Junge.

  • 26. Dezember, 10.57 Uhr: Hallo Welt. Fuck, das schmerzt. Eine total natürliche Geburt, jetzt total aufgeputscht.
  • 26. Dezember, 11.45 Uhr: Nye Soledad Iorio, 8 Pfund, geboren um 9.04 am 26.12.13. Hab ich schon erwähnt, wie wundervoll mein Mann ist...


Dann verstummt Ruth Ioria. Weshalb, twittert sie erst Stunden später - auf Drängen hin. Minutiös arbeitet sie für ihre Follower die Geschehnisse auf: Die frischgebackene Mama musste nach der Entbindung doch noch ins Krankenhaus, weil sich die Plazenta nicht gelöst und sie eine Menge Blut verloren hatte.

Bis heute berichtet und diskutiert die Amerikanerin unter dem Hashag «#ruthshomebirth» über ihre kontroverse Aktion. Und noch immer postet sie zahlreiche Bilder auf Instagram - von ihrem «grossen kleinen Baby».
 

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