Schönheit über 50 Heidi Maria Glössner: «Auf die Beleuchtung kommts an»

Nervengift im Gesicht, Kunststoff im Busen, Pölsterli in den Wangen - warum tun Frauen sich das an? SI online hat mit prominenten Frauen gesprochen, die bewusst auf Schönheitschirurgie verzichten. Im vierten Teil unserer Interview-Serie sagt die Schauspielerin Heidi Maria Glössner, wie man sich am besten in Szene setzt.
Schauspielerin Heidi Maria Glössner im Stadttheater Bern
© Geri Born

Schauspielerin Heidi Maria Glössner, 70: «Beim Schminken betone ich vor allem die Augen - den Spiegel der Seele.»

SI online: Heidi Maria Glössner, als Schauspielerin wissen Sie sicher ganz genau, wie Sie sich in Szene setzen müssen, um möglichst gut auszuschauen?
Heidie Maria Glössner: Ja, auf die Position der Scheinwerfer kommt es an! Wenn das Licht schräg aufs Gesicht fällt, meisselt es jede Falte ein. Oft sagen mir Leute auf der Strasse: «Oh, Sie sehen ja in Wirklichkeit jünger aus!» Lieber so als umgekehrt. (Lacht)

Machte es Ihnen keine Mühe, als sich die Falten mehrten?
Nein, denn das ist der Lauf der Natur. Aber ich bin ein eitler Mensch, mein Selbstbewusstsein ist nicht sehr gross, und wenn ich mich ohne Lippenstift und Tusche im Spiegel anschaue, sackt es in den Keller...

Da könnte doch ein Lifting helfen.
Nie! Ich hätte viel zu sehr Angst, es könnte missraten, die Mimik verloren gehen. Siehe Nicole Kidman. Oder Catherine Deneuve. Die ist zwei Tage jünger als ich und so eine schöne Frau - was machten da ein paar Falten aus!

Sie selbst stehen sogar zu Ihren grauen Haaren, was nicht viele Frauen tun.
Ich lasse mir einmal pro Jahr blonde Strähnen machen. Das macht mein dünnes Haar dicker und leichter frisierbar. Früher hatte ich - je nach Rolle - auch andere Haarfarben, aber jetzt im Alter sieht hell weicher aus.

Ihr Schönheitsrezept?
Ich habe das Glück, dass mir Dinge schmecken, die auch gesund sind. Ich mag keine fetten Speisen. Dies zusammen mit meinem Beruf, der mich auf Trab hält, hielt mich all die Jahre schlank und fit. Es klingt vielleicht kokett, aber ich konnte immer alle Kleider in derselben Grösse ab der Stange kaufen. Dafür bin ich sehr dankbar. Ich wüsste nämlich nicht, ob ich die Disziplin hätte zu verzichten, wenn ich zum Zunehmen neigen würde. Ich bin privat nicht sehr diszipliniert.

Was hilft Ihnen, die Zeichen des Alters zu akzeptieren?
Ein schönes, erfülltes Leben. Und dass ich immer noch meinen Beruf ausüben und aktiv und neugierig am Leben in all seinen Facetten teilnehmen kann. Mehr zu schaffen macht mir das Abschiednehmen, das auch zum Älterwerden gehört. Im Frühling ist mein Freund gestorben, nach 23 Jahren Beziehung. Da hatte ich Anflüge von melancholisch-depressiven Zeiten. Ich kann nicht gut umgehen mit Freizeit, weil man dann das ganze Elend der Welt näher an sich heran lässt. Daneben verliert das Äussere an Bedeutung.

Porträt Heidi Maria Glössner
© Geri Born

«Ich bin ein eitler Mensch, mein Selbstbewusstsein ist nicht sehr gross», sagt Heidi Maria Glössner.

Lesen Sie im fünften Teil unserer Serie, was die ehemalige Skirennfahrerin Ariane Ehrat dem Sport zu verdanken hat - und warum sich die Tourismusdirektorin Engadin St. Moritz unter den perfekt gestylten Jet Setterinnen nicht unter Druck fühlt - am Dienstag, 3. Dezember auf SI online.

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