#notbuyingit Sexistische Werbung? Veet setzt sich in die Nesseln

Haare unter den Armen, an den Beinen - und derzeit auch auf den Zähnen. Weil sich Frauen von ihrer sexistischen Umwelt bevormundet fühlen, gehen sie auf die Barrikaden. Und rufen im Netz zum Boykott der Kosmetikmarke Veet auf. Die fordert nämlich dazu auf, immer schön brav den unweiblichen Stoppeln zu Leibe zu rücken.
Teaser Frauen fühlen sich durch «Veet»-Werbung diskriminiert
© Veet/Via Twitter.com

«Riskiere es nicht, wie ein Kerl zu sein» - der Slogan von Veet sorgt bei amerikanischen Frauen für Empörung.

Fehlt es den Frauen grundsätzlich an Humor, oder lehnt sich die Kosmetikfirma Veet tatsächlich etwas zu weit aus dem Fenster? Weil der Produzent von Enthaarungsmitteln derzeit im US-Fernsehen einen angeblich sexistischen Spot ausstrahlt, ist die Zielgruppe empört. Dabei sollte die Werbung mit dem Slogan «Don'r risk dudeness» (zu Deutsch: «Riskiere es nicht, wie ein Kerl zu sein») eigentlich nur eines: lustig sein.

«Ich bin stoppelig, ich weiss. Ich habe mich gestern rasiert», flötet das Dickerchen mit einer Frauenstimme - während sich der Freund angewidert abwendet. Lustig, findet Veet. Und «eine Annäherung an das Thema», so eine Firmensprecherin zu Huffingtonpost.de. Ohne die Rechnung aber mit den Konsumentinnen gemacht zu haben. Denn die teilen unter dem Hashtag «#notbuyingit» ganz schön aus. «Ich habe all meine Veet-Produkte in den Müll geworfen. Selbst ich habe meine Grenzen» oder «Hallo Veet, ich hoffe auf eine Creme, die euer Schamgefühl, Sexismus sowie eure Profitgier und Homophobie beseitigt» lauten nur zwei der unzähligen Twitter-Kommentare.

Auf der Facebook-Seite des Unternehmens hat die Marketingabeitlung mittlerweile ebenfalls reagiert: «Wir wollten euch nur sagen, wir haben es kapiert - wir sind auch Frauen», heisst es da. Man überdenke die Kampagne jetzt nochmal und entferne die Clips, denn man habe zu keinem Zeitpunkt jemanden verletzen wollen.

Auch im deutschsprachigen Raum können Menschen, die sich von frauen- oder männerfeindlicher Werbung diskriminiert fühlen, ihrem Ärger übrigens ebenfalls Luft machen. Auf die Sexismus-Debatte «#Aufschrei» folgt nämlich das Schlagwort «#ichkaufedasnicht». Unter diesem Hashtag werden pinkfarbenen Girlie-Verpackungen oder das Koch-Magazin «Beef» kritisiert. «Für Männer mit Geschmack» steht da nämlich drauf. Für User Gerrit genug Grund, so eine «sexistische Scheisse» nicht zu kaufen...

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