Die neuen Väter: Mehr Familie, weniger Beruf - Teil 5 Stefan Roos: «Ich bin auch mal dünnhäutig»

Sie lieben ihre Kinder. Sie sind Vater und Unternehmer, Vater und Schreiner oder Vater und Schlagersänger. Deshalb treten sie im Beruf kürzer - und ziehen im Haushalt voll mit. Die «Schweizer Illustrierte» zeigt, wie Väter den Spagat schaffen. Und wieso Männer mit Teilzeitjobs glücklicher sind. Im fünften Teil: Stefan Roos.
Stefan Roos mit Kindern Samuel und Adriana
© Geri Born

Vollgas auf der Bühne, Natur pur mit Adriana und Samuel. Die Gegensätze im Leben von Stefan Roos könnten nicht grösser sein.

Schoppen geben, Windeln wechseln, Brei kochen: Davon kann Schlagersänger und Komponist Stefan Roos, 42, ein Lied singen. Seit 2007 seine Tochter Adriana auf der Welt ist, bleibt er vormittags zu Hause. «Meine Frau Karin und ich wollten beide, dass sie weiterhin auf der Bank arbeiten kann. Wir mochten unsere Kinder aber nicht fremdbetreuen lassen.» Das war nicht immer einfach. «Zum Beispiel, wenn ich nach einem Auftritt um vier oder fünf Uhr ins Bett kam und die Kinder eine Stunde später bereits wach waren. Da bin ich auch mal dünnhäutig.»

Inzwischen sind Adriana acht und Samuel fünf Jahre alt. «Das gibt ein wenig Luft.» Mit der Arbeit fängt Roos trotzdem erst nach dem gemeinsamen Zmittag an, das er selbstverständlich selber zubereitet.

2009 gewann Roos den Schweizer Grand Prix der Volksmusik und bei der Sendung «Die grössten Schweizer Hits» stahl er mit «Das Herz einer Mutter» allen die Show. Im eher traditionellen Schlagermilieu ist er als Teilzeit-Hausmann ein Exot. Doch seine Karriere läuft auf Hochtouren. Roos wird bereits jetzt fürs Jahr 2018 gebucht! Einen Grundsatz gibt er aber nie auf: «Egal, wie spät es nach einem Auftritt ist - ich schlafe zu Hause und mache das Zmorge für die Kinder.» Deshalb habe er auch viele lukrative Angebote aus Deutschland und Österreich ausgeschlagen. «Ich versuche, die Balance zu halten. Natürlich will ich ein gutes Leben. Aber Priorität haben immer Karin und die Kinder, nie die Kohle.»

DAS SAGT FRAU KARIN ROOS:
«Stefan geniesst sein Privileg, so viel Zeit für die Kinder zu haben. Er ist ein sehr fürsorglicher Vater - er hat aber auch mehr Mühe loszulassen und möchte die Kinder am liebsten nirgends allein hingehen lassen.»

Im 6. und letzten Teil am Sonntag, 15. November: Gastautorin Michèle Roten über Vaterschaftsurlaub und 80-Prozent-Stellen.

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