Brustkrebs Bewegung im Alltag beugt der tükischen Krankheit vor

Fettleibigkeit erhöht das Risiko an Brustkrebs zu erkranken drastisch. Doch dünn sein allein reicht nicht, um der Krankheit vorzubeugen. Alltägliche Bewegung spielt bei der Prophylaxe eine wesentliche Rolle - dabei reicht es schon aus, die Treppe anstatt des Fahrstuhls zu benutzen, wie eine neue Studie besagt.
Eine neue Studie besagt: Bewegung im Alltag beugt Brustkrebs vor
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Brustkrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Frauen in der Schweiz. Jährlich verlieren über 1000 Frauen den Kampf gegen die tückische Krankheit.

Dass Sport und gesunde Ernährung wichtig sind, um Brustkrebs vorzubeugen, ist bereits seit Längerem bekannt. Dass es aber auch ausreicht, den Arbeitsweg zu Fuss zurückzulegen oder mit seinen Enkelkindern herumzutollen, ist neu.

Zu diesem Ergebnis kam ein Forscher-Team des Karolinska Instituts in Schweden, wie die «Daily Mail» schreibt. «Das, was man im Fitness-Center macht, ist nur ein kleiner Teil. Den Körper interessiert es nicht wirklich, ob man Einkaufstüten nach Hause schleppt oder sich im Fitness-Center abrackert», erklärte Professorin Ylva Trolle Lagerros Mitte März am ICO - einem internationalen Kongress für Fettleibigkeit. Es sei die absolute Menge pro Tag, die zähle - egal wo man sich bewege.

Das Forscher-Team befragte über 19'000 Frauen mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren zu ihrer Gesundheit und ihren Gewohnheiten. Den Wissenschaftlern war bei ihrer Umfrage besonders wichtig, wie aktiv die Frauen sind. Dreizehn Jahre später checkten sie die Gesundheit der Probandinnen erneut. In der Zwischenzeit wurde bei etwa 900 Frauen ein Mam­ma­kar­zi­nom - der bösartige Tumor in der Brustdrüse  - diagnostiziert.

Dabei ergab die Analyse, dass die Menge an Bewegung direkt mit der Chance an Brustkrebs zu erkranken korreliert - unabhängig vom Gewicht der Versuchspersonen. Bei denjenigen Frauen, die sich in den vergangenen Jahren am wenigsten körperlich betätigt hatten, stieg die Wahrscheinlichkeit, die Krankheit zu bekommen, um 40 Prozent, teilten die Wissenschaftler am ICO mit. Dünn sein allein reicht also nicht, um das Risiko zu verringern, wie Ylva Trolle Lagerros betonte. «Auch wenn man Normalgewicht hat, kann man das Brustkrebs-Risiko senken, wenn man körperlich aktiv ist.»

Trotzdem: Das Gewicht spielt eine wesentliche Rolle. Bei fettleibigen Frauen steigen die Chancen die Krankheit zu entwickeln zu 58 Prozent an, bei leicht übergewichtigen Frauen um 20 Prozent, wie die Professorin in ihrer Studie herausgefunden hat. Bei Frauen, die stark übergewichtig sind und sich nicht viel bewegen, ist die Wahrscheinlichkeit die Krankheit zu entwickeln doppelt so hoch wie bei schlanken und sportlichen Frauen. Die Experten empfehlen, sich mindestens zweieinhalb Stunden pro Woche zu bewegen - egal wie, wo und wann. In ihrem Fazit appellieren die Forscher, dass Bewegung im Alltag extrem wichtig sei. «Bei einer von acht Frauen wird ein Mammakarzinom diagnostiziert. Unsere Studie zeigt, dass Frauen nach den Wechseljahren ihr Brustkrebs-Risiko durch körperliche Betätigung und Gewichtsverlust senken können. Das ist eine klare Botschaft für die Volksgesundheit», so Ylva Trolle Lagerros.

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