Tag des Bieres Liebesbrief von der kühlen Blonden

Am Freitag ist Tag des Schweizer Bieres. Ein Freudentag für Redaktorin Barbara Lanz. Und Grund für eine längst fällige Liebeserklärung.
Tag des Bieres 2014
© Barbara Lanz

Dich zu teilen, macht dich noch wertvoller.

Liebes Bier,

Wie lange kennen wir uns jetzt schon? Bald 30 Jahre? Ich weiss noch gut, wie alles angefangen hat, damals, als ich dich das erste Mal gesehen habe. Golden glänzend mit Zuckerwatte obendrauf standst du da auf dem Tisch meines Grossvaters. Du wiegtest dich an Grillfesten meiner Eltern in den Händen der Gäste. Du lagst alleine im Kühlschrank oder harrtest eingesperrt im dunklen Keller aus.

Damals, als ich - noch viel zu jung - das erste Mal dein Krönchen küsste, wusste ich schon: Dich will ich irgendwann haben. Dein Kopf faszinierte mich, dein Körper ebenso. Meine Eltern waren gegen uns, verboten mir, dich zu treffen. Aber die haben wir ausgetrickst, was? Und so lernten wir uns kennen. Du überzeugtest mich von deiner Individualität, zeigtest mir deine vielen Farben und Formen. Mal Schaumschläger, mal aalglatt, wie könnte es mir mit dir je langweilig werden?

Bier, du bist so vielfältig und so einzigartig zugleich. Du berauschst die Sinne, beruhigst flatternde Nerven, beschenkst mit Zuversicht. Du bist einfach immer da, wenn man dich braucht.

Ich weiss, ich weiss, du täuschst deine Verehrer gerne. Und es gab schon Momente, da hatte ich echt genug von dir. Mir brummte der Schädel vor lauter dir, Bier. Aber dann sind da wieder diese Momente. Wenn ich die Wurst auf den Grill lege, denke ich an dich. Wenn ich einen strengen Tag im Büro hatte, denke ich an dich. Wenn ich nervös am Flughafen aufs Boarding warte, denke ich an dich.

Dein kühles Wesen, dein aufbrausendes Temperament…kein Wunder, bin nicht nur ich dir verfallen. Du bist ein Star, hier in der Schweiz und auf der ganzen Welt. Du bist Ehrengast an Festen, spielst in Hollywood-Filmen mit, ja, sogar in der Wissenschaft kennt man dich.

Hast du gewusst, dass deine Freunde den heutigen Tag zu deinem ernannt haben? Heute denken alle an dich. Und es macht mir nichts aus, dass ich nicht die einzige bin, die dich verehrt. Ganz im Gegenteil! Dich zu teilen macht dich noch wertvoller. Du bist zwar nicht mein Bier, aber ich, ich gehöre heute ganz dir.

Auch interessant