«GQ's Style Man of the Year 2023» 9-jähriges Wunderkind begeistert mit Mode-Blog

So klein und schon ein Modefreak: Seit zwei Jahren führt der neunjährige Tobias Otting ein Fashion-Tagebuch. Und ist auf besten Wege, Nachfolger seines Blogger-Idols Scott Schumann zu werden. 

Er trägt in der Schule Krawatte. Nicht, weil er muss, sondern weil es sein Markenzeichen ist. Sowieso ist Tobias Otting anders als andere neunjährige Kinder. Es ist nicht die Playstation, die ihn in den Bann zieht, sondern Kultur und Mode. Zu seinem achten Geburtstag hat er sich ein Ballett-Abo gewünscht, zu Weihnachten Bücher mit den vielsagenden Titeln «Dressing the Man: Mastering the Art of Permanent Fashion» und «How to Be a Gentleman: A Timely Guide to Timeless Manners». Also: eine Mode-Bibel und ein Benimmbuch. Ausserdem ist Toby Mitglied bei «FreshNeck», einer Leihfirma für Krawatten und Manschettenknöpfe. Die Verantwortlichen sind von dem Jungen bereits so angetan, dass sie ihn bereits schon jetzt als «GQ's Style Man of the Year 2023» betiteln.

Was das Kind bereits in seinen sehr jungen Jahren erreicht hat, davon träumt ein mancher Fashion-Victim - ausschliesslich Wunderkind Tavi Gevinson, die das ja bereits vorgemacht hat. Seit zwei Jahren führt Tobias seinen Blog «Junior Sartorialist», in Anlehnung an den New Yorker Fashion-Blogger Scott Schumann, den Pionier des Streetstyles. Sein Vorbild, der «The Sartorialist» 2005 ins Leben gerufen hat, wurde von Welt.de einst als der wichtigste Modeblogger der Welt bezeichnet. Und Tobias ist auf bestem Wege dazu, irgendwann seine Nachfolge anzutreten. 

Es ginge in seinem Blog jedoch nicht nur um Mode, erzählt das Wunderkind im Gespräch mit Bostonglobe.com. «Ich mag auch Kultur, wie Tanz oder Schlagzeugspielen.» Ausserdem näht er gerne und präsentiert demnächst ein selbst entworfenes Kleidungsstück mit Flügelärmel. Doch damit nicht genug: Der Neunjährige zeigt, wie man Turnschuh aufpeppen kann, nimmt die neusten Brillen-Modelle genauer unter die Lupe und beweist, dass er nebst all dem auch noch Zeit für das Kreieren einer Haartolle hat.

Hilfe bekommt der Knirps dabei übrigens von seiner Mutter. Sie tippt fleissig seine Beiträge und fragt ihren Sohn genauer über seine Meinung aus. «Es muss schon Substanz hinter dem sein, was er da tut», sagt Laura Gassner Otting zu dem Schaffen ihres Sprösslings. Es ist ihr wichtig, dass er nicht bloss Meinungen erzählt und die dann einfach so im Raum stehen lässt. Sie betont aber, dass sie nicht die treibende Kraft sei. Ihr Sohn würde einfach in einem «Technicolor-Universum namens Tobyland» leben. «Man muss seinen Kindern nicht sagen, was sie mögen oder machen sollen. Aber ich kann sein GPS sein und ihm helfen, die richtige Richtung anzusteuern.»

Den Weg auf die Bühne hat Tobias am vergangenen Donnerstag ganz alleine gefunden. Der Mini-Mode-Blogger war als einer der Referenten an der TEDxCambridge geladen und sorgte in dem gut gefüllten Saal des Kendall-Square-Konferenz-Zentrum in seiner Heimatstadt für Verzückung. Er behauptete, dass er im Vorfeld unwahrscheinlich nervös war. Aber wers glaubt... Dazu liebt dieser Junge die Aufmerksamkeit doch viel zu sehr. Und ist bereits ein ganz Grosser, wenn es um Selbstvermarkung geht.

Auch interessant