Cupcakes USA hat die Nase voll, wir findens noch immer toll

Die kleinen verzierten Küchlein faszinieren! Cupcake-Bäckerein schiessen in der Schweiz wie Pilze aus dem Boden. Nur im Ursprungsland - den USA - hat man die bunten Kalorienbomben satt.

Vom «Cupcake-Burnout» ist in den USA die Rede. Das «Wall Street Journal» schreibt von einem Umsatzeinbruch von rund 22 Prozent bei der Kette «Crumbs Bake Shop». Während die einen den Grund in der Wirtschaftskrise sehen, sind sich andere sicher, dass der Trend um die kleinen Küchlein schlicht vorbei ist. Immerhin ist es Jahre her, seit Carrie Bradshaw in der Hit-Serie «Sex and the City» in der New Yorker Magnolia Bäckerei in den mit Buttercrème überhäuften Cupcake biss und Millionen von Frauen es ihr gleichtun wollten. Und kaum eine Frau hat nicht schon einen Samstagnachmittag in der Küche verbracht und herzige Papierchen mit süssem Inhalt gefüllt.

Müssen wir etwa künftig immer selber zur Kelle greifen, wenn wir etwas ausgefalleneres als Mutters Marmorkuchen wollen? Kaum, denn in der Schweiz hinken wir dem US-Trend hinterher. Erst in den letzten zwei Jahren begannen erste Cupcake-Bäckereien, hierzulande ihre Werke zu verkaufen. Kein Wunder, spüren diese rein gar nichts vom Kuchen-Koller in Amerika. Seit November 2011 backen Nicolas Kündig und Sarah Fanny Kleiber in Basel die «Yumm Cupcakes», Anfang April 2013 eröffneten sie einen Pop-up-Store in Zürich. «Wir legen Wert auf ein saisonales Sortiment, die aus Amerika bekannte Red-Velvet-Version zieht aber immer», sagt Kleiber zu SI online. Dass vor allem Frauen zu den Fans gehören, kann sie bestätigen, allerdings kommen immer mehr Männer in ihr Geschäft. Der Grund: Brautpaare setzten statt auf die klassische Hochzeitstorte auf die kleineren Törtchen - die Gäste findens toll. Und Kleiber und Kündig stehen diesen Sommer regelmässig im Einsatz.

Auch Maria Schädelin hat ihren Laden in Schaffhausen ausgebaut. Während sie anfangs noch Teilzeit im «Little Shabby» buk, lebt sie seit Anfang des Jahres vom Geschäft. Dass die Leute irgendwann nicht mehr so fasziniert sind von Cupcakes, kann sie sich gut vorstellen. Deshalb setzt sie bereits auf den nächsten Trend aus Amerika - die Candy Bar. «Das ist die moderne Version des Dessertbuffets, alles ist schön und bunt dekoriert mit Cupcakes, Macarons und Cake Pops.» Diesen Sommer dürfen bereits einige Hochzeitsgesellschaften Schädelins Kreationen geniessen, und sie ist sich sicher: «Die Candy Bar wird nächstes Jahr in der Schweiz boomen.» In den USA scheint das Thema zumindest so wichtig, dass es sogar TV-Sendungen dazu gibt:

Vorerst rennen wir in der Schweiz aber weiterhin den klassischen Cupcakes hinterher. Zum Vergleich: In New York kostet ein Küchlein mit Topping rund 3 Dollar, hierzulande zahlen wir gut und gerne 5 bis 6 Franken pro Stück. Wem das auf Dauer zu teuer ist, der sollte sich vielleicht doch noch an den Backofen wagen. Zubehör gibts mittlerweile überall zu kaufen, im Netz zum Beispiel bei Back-art.ch.

 

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