Die neuen Väter: Mehr Familie, weniger Beruf - Teil 2 Teilzeitjobs machen Väter glücklich

Sie lieben ihre Kinder. Sie sind Vater und Unternehmer, Vater und Schreiner oder Vater und Schlagersänger. Deshalb treten sie im Beruf kürzer - und ziehen im Haushalt voll mit. Die «Schweizer Illustrierte» zeigt in einer Serie, wie Väter den Spagat schaffen. Und wieso Männer mit Teilzeitjobs glücklicher sind. Im zweiten Teil: die erste repräsentative Studie in der Schweiz zum Thema Vereinbarkeit von Vatersein und Beruf.
Grafik Studie Väter Teilzeit
© SI

Leiden Väter unter einer Doppelbelastung durch Familie und Beruf? Eine repräsentative Umfrage der «Schweizer Illustrierten» zeigt: Vier von fünf Vätern, die Teilzeit arbeiten, sind mit der Balance zwischen Kindern und Büro zufrieden. Bei den Vätern mit Vollzeitstellen ist es hingegen nur gut die Hälfte. Die andere Hälfte leidet darunter, dass sie zu wenig Zeit für ihre Kinder hat. Das gibt fast jeder zweite Vater an, der fünf Tage in der Woche im Büro ist.

Väter mit Teilzeitstellen sind nicht nur glücklicher, sie leiden auch nicht unter Geldmangel: 82 Prozent von ihnen sagen, dass die finanzielle Einbusse aufgrund der Teilzeitarbeit kein Problem sei. Sogar das Liebesleben profitiert von der gewonnenen Zeit: Der Entscheid, weniger zu arbeiten, hat sich bei 67 Prozent der befragten Väter positiv auf die Beziehung ausgewirkt.

Doch obwohl die Teilzeit arbeitenden Väter glücklicher sind als ihre Kollegen mit einem 100-Prozent-Pensum: Laut aktuellen Zahlen des Bundesamtes für Statistik arbeitet nur rund jeder zehnte Vater mit Kindern unter 14 Jahren Teilzeit. Immerhin hat sich damit der Anteil dieser Väter seit 1992 mehr als verdreifacht.

Wie die Studie der «Schweizer Illustrierten» zeigt, bemühen sich nur wenige Väter mit Vollzeitjob darum, etwas an ihrer beruflichen Situation zu ändern. In den vergangenen zwölf Monaten haben gerade mal 11 Prozent von ihnen aktiv versucht, ihr Pensum zu reduzieren. Immerhin 16 Prozent der Väter mit Vollzeitstelle planen, das in den nächsten zwei Jahren zu tun. Fast die Hälfte davon befürchtet aber Widerstände vonseiten des Arbeitgebers.

Die Studie:
Das Meinungsforschungsinstitut Demoscope befragte im Auftrag der «Schweizer Illustrierten» insgesamt 527 20- bis 64-jährige Väter von vorschul- und schulpflichtigen Kindern in der Deutschschweiz aus seinem Online-Panel.

Im 3. Teil am Donnerstag, 12. November: Wie Moderator Nik Hartmann den Spagat zwischen Familie und Job meistert.

Im Dossier: Alle bislang erschienenen Artikel zum Thema

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