Schwangerschaften Beste Verhütung? Reality-Sendungen über Teenager-Mütter!

Kreischende Babys, volle Windeln und überforderte Mütter, die selten älter als 18 Jahre sind. Nicht erstrebenswert, finden amerikanische Teenager. Und greifen dank «Teen Mom» oder «16 and Pregnant» öfters zu Verhüterlis. 
Junges Paar auf Sofa vor dem Fernseher Langweile
© Getty Images

Safer-Sex? Dank Reality-Shows wie «Teen Mom» oder «16 and Pregnant» schützen sich junge Leute in den USA vor ungewollten Schwangerschaften.

Die Geburtenrate bei Teenagern ist in den USA rückläufig. Während 1991 noch 62 von 1000 Mädchen ein Kind geboren haben, waren es 2007 noch 42 und 2012 lediglich 29 junge Frauen. Ein Erfolg, der nebst der vermehrten Aufklärung auch dem Fernsehen zugesprochen werden kann. Denn MTV-Sendungen wie «16 and Pregnant» oder «Teen Mom» würden Teenager sensibilisieren und dazu anhalten, beim teilweise ersten Sex mit dem Partner immer brav zu verhüten.

Diese gute Nachricht beweist eine Studie des National Bureau of Economic Research, eine der grössten Forschungseinrichtungen der Vereinigten Staaten. Wissenschaftler haben verschiedenen Regionen in den USA miteinander verglichen und sind zum Ergebnis gekommen, dass Gebiete, in denen Teenager die beiden Sendungen geschaut haben, eine niedrigere Geburtenrate aufweisen. Demnach, so schreibt die «New York Times», habe «16 and Pregnant» allein im Jahr 2010 über 20'000 Geburten verhindert.

«Das ist spannend», findet Sarah Brown, Leiterin der «National Campaign to Prevent Teen and Unplanned Pregnancy», einer Non-Profit-Organisation in Washington. Denn das beweise, dass junge Mädchen manipulierbar seien. «Viele Menschen begreifen noch immer nicht, wie Medien auf deren Leben Einfluss nehmen.»

Leider auch im negativen Sinne, denn hin und wieder tauche der Fall auf, dass sich Teenager zugunsten der Berühmtheit zu einer verfrühten Familenplanung hinreissen liessen. Denn: «MTV zeigt, wie cool Teenager-Schwangerschaften sind», klagt ein amerikanisches Medienforschungszentrum. «Gerade mal 40 Prozent der jungen Mütter schafft den Schulabschluss und zwei Drittel der Familien habe mit Armut zu kämpfen.» 

Trotzdem: Die Episoden der zu früh werdenden Mütter bringt - nebst der rückläufigen Schwangerschaften - einen weiteren positiven Effekt mit sich. Auf Social-Media-Plattformen wie Twitter oder Facebook werde über die teils schockierenden Schicksale der minderjährigen Frauen diskutiert. Und so bleibe dann eben auch glücklicherweise das Thema Verhütung - sowie die Folgen, wenn auf Kondome & Co. verzichtet wird - in aller Munde. 

Auch interessant