Detlef D! Soost bringt das Format zurück Yeah - Die Talkshow ist wieder da!

Was für ein Revival! Menschen erzählen im Fernsehstudio ihr Leben, schütten ihr Herz aus und streiten sich vor der Kamera. Die Talkshow erlebt ein Comeback. Wir könnten uns nicht mehr darüber freuen.

Wenn die Fetzen flogen, wars am spannendsten. Talkshows haben viel Unterhaltung und tiefe Einblicke ins Menschsein geliefert. Das Format nahm Mitte der 90er Fahrt auf und hielt sich über zehn Jahre im deutschsprachigen Fernsehen. Dann schmolzen die Einschaltquoten dahin. «Britt» auf Sat.1 überlebte bis 2013. Dann hing auch Britt Hagedorn, 45, das Mikro an den Nagel.

RTL II wills nun wieder wissen. Laut «Bild» bringt der Sender im September die Talkshows zurück ins Fernsehen. Geplanter Starttermin ist der 18. September, 15 Uhr. Durch die Sendung führt Detlef D! Soost.

Detlef D Soost Talkshow RTL 2
© RTL II

Er führt durch die neue Talkshow: Detlef D! Soost.

Der 47-jährige Deutsche ist als Jurymitglied bei «Popstars» bekannt geworden und wirkte bei verschiedenen Reality-Sendungen mit. Eine passende Besetzung. So ist Soost selbst ein sehr emotionaler Mensch und kann die Gefühle seiner Gäste gut transportieren. Die Sendung soll entsprechend «Detlef Soost» heissen. Wer das Multitalent in den letzten Jahren nicht bemerkt hat, kann D! nun an dieser Stelle im folgenden Clip kennenlernen. Es handelt sich um einen Ausschnitt aus der Schweizer Version von «Music Star», wo D! ebenfalls in der Jury sass.

Die junge Zielgruppe des Senders kenne das Format Talkshow nicht, erklärt eine RTL II-Sprecherin gegenüber «Bild». «In anderen europäischen Ländern laufen Talkshows nach wie vor erfolgreich. Warum auch nicht wieder bei uns?»

SI online erinnert sich an die Zeit der offen ausgetragenen Betrugsgeschichten, die Wiedersehen mit leiblichen Eltern und an all die Freakshows, und trägt die Gründe zusammen, weshalb uns die Formate damals so begeisterten.

Haufenweise Stoff für virale Hits

Die Produzenten von Talkshows wählen ihre Gäste gezielt und gekonnt aus. Häufig handelt es sich um Menschen mit prägnantem Erscheinungsbild, mit einer lustigen Sprache oder ganz einfach mit wenig Anstand und Feingefühl. Die Sprüche, die in den Sendungen fallen, bieten viel Material, um in sozialen Netzwerken viral zu gehen, also um zig mal geteilt zu werden. Bis heute etwa posten Schweizer auf Facebook, Instagram und Twitter Bilder und Sprüche aus der berüchtigten «Fohrler Live»-Sendung aus dem Jahr 2001 mit dem Thema «Jugend und Gewalt».

Zur Abwechslung etwas Schönes

Krieg, Totschlag und Elend fluten in Zeiten wie den heutigen die Nachrichtenkanäle. Dabei ist es genauso wichtig, sich daran zu erinnern, dass wir Menschen auch lieb zueinander sein können. Dass die grossen Emotionen eben nicht nur in Hollywood, sondern auch im wahren Leben stattfinden. Die Talkshows lieferten uns diese Momente und lockten das Augenbisi mehr als einmal aus uns heraus. Vor allem, wenn Kinder ihre leiblichen Eltern das erste Mal trafen, Streithähne ihrer Beziehung wieder eine Chance gaben oder ein krebskrankes Kind seinen grössten Star treffen konnte. Dann durften wir einfach nur mitfühlen und uns für sie freuen.

Ego-Boost

Für einige Fans sind Talkshows aber auch einfach Balsam für ihre unsicheren Egos. Eine gute Sendung gibt einem das Gefühl, selbst ein guter Mensch zu sein. Bei der Auswahl der Gäste achten die Macher deshalb darauf, dass auch mal besonders fragwürdige Personen auftreten. Die Streitereien, Boshaftigkeiten und Laster dieser Menschen lassen uns als «Normalos» dastehen. Wem dies bei dieser Folge von «Britt» nicht gelingt, sollte sich langsam aber sicher Sorgen machen:

Es ist so echt

Die Reality-Shows «Bauer, ledig, sucht...» und «Der Bachelor» bereiten uns viel Freude. Doch so viel Reality steckt dann oftmals eben doch nicht in diesen Formaten drin. Die Teilnehmer sprechen (meist mehr schlecht als recht) das Skript nach, und wir erfahren im Zeitalter des allgegenwärtigen Internets sofort, wenn jemand hinter der Kamera ein ganz anderes Leben führt als im TV vorgegeben. Talkshows hingegen sind da viel authentischer.

Die Leute tragen vor der Linse vielleicht besonders dick auf, aber die Geschichten sind wohl öfter echt als in den vermeintlichen Reality-Shows. Auf authentische Gäste setzte damals auch Talk-Queen Arabella Kiesbauer, 48. Zur Trennung von Prosieben sagte sie dem «Spiegel»: «Der Sender wollte plötzlich Schauspieler anstatt reale Gäste. Das war aber nicht mein Ding.»

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