Seine Prognose ist noch streng geheim Das ist der neuste Muotathaler Wetterschmöcker

Bergbauer Roman Ulrich ist das neuste Mitglied im exklusiven Gremium der Wetterpropheten aus dem Muotathal. Seine Sommer-Prognose ist noch streng geheim. Seine Methode weniger.

Wenn Roman Ulrich, 44, aus dem Fenster seines Kuhstalls schaut, sieht er ein langes schmales Tal und saftiges Grün. Hohe Berge versperren die Weitsicht in den Himmel. Trotzdem ist der Bergbauer aus Bisisthal SZ der neue Wetterprophet in der Runde der kultig-lustigen Muotathaler Wetterschmöker. «Weil ich gut reden kann», vermutet er. Ulrich schnupft Tabak und lacht schallend. Den Job als Wetterfrosch auf Lebenszeit nimmt der Ländlermusik-Liebhaber mit geradezu stoischer Gelassenheit an.

Aufgeregt vor seiner ersten offiziellen Prognose im Kreis der erfahrenen Wettermänner des Klubs ist er nicht. Seit Sonntag vor einer Woche 3.30 Uhr ist sie fertig. Streng geheim, handschriftlich in eineinhalb Stunden verfasst. Notizen hat er sich vorher nicht gemacht. Im Kreis der fünf älteren Wetterschmöcker ist ihm wohl. Trotz aller Liebe zur Tradition hätte Ulrich nichts gegen eine Frau in der Runde. «Wenigstens der Schriftführer könnte doch weiblich sein», scherzt der Single.

Bauchgefühl und Bauernregeln

Nach der offiziellen Sommervorhersage auf der Generalversammlung Ende April in Illgau, zu der auch viel Show gehört, will er seine Prognose einrahmen. Und ein weiteres Exemplar im Hosensack tragen. Sollte sie sich bewahrheiten, beweist das, dass seine Methode aus Bauchgefühl und Bauernregeln funktioniert. Letztere liest er in einem bibeldicken Buch nach. Trotzdem schaut er jeden Morgen um sieben Uhr und am Abend den Wetterbericht auf SRF, beobachtet die Winde.

Der Wetterschmöcker hat keinen Internetanschluss, Wetter-Apps kennt er nicht, eine Agenda braucht er nicht. Die nächsten Pressetermine hat er auf einem Zettel notiert. Fertig. Und sein Lieblingswetter? «Sonnenschein natürlich! Gutes Wetter braucht doch jeder.»

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