Online-Dating «Tinder»: Flirt-App erobert die Schweiz

Immer mehr Singles suchen nach der grossen Liebe oder schnellen Flirts im Internet. So auch Ex-Miss-Schweiz Whitney Toyloy - sie vertraut der Smartphone-App «Tinder». Doch wie funktioniert die Handy-Applikation eigentlich? SI online klärt auf.
Immer mehr Singles suchen ihren Partner online.
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Auf der Suche nach der grossen Liebe oder nach einem schnellen Nümmerchen? Die Dating-App Tinder verbindet flirtwillige Singles.

Unkomplizierte und schnelle Flirts am laufenden Band - das verspricht die Dating-App «Tinder». Aber auch die grosse Liebe kann über die Handy-App gefunden werden, ist sich CEO Sean Rad, 27, sicher. Im Mai postete er einen Dankes-Brief einer Nutzerin. «Dieser Mann ist, wie ich realisiert habe, die Liebe meines Lebens. Und er ist der Mann, den ich in einer Woche heiraten werde... Ich habe ihn, meinen Seelenverwandten, via ‹Tinder› gefunden.»

Doch nicht nur in Amerika erfreut sich die App grosser Beliebtheit, - bis zu 20'000 Mal pro Tag wird sie heruntergeladen - auch in der Schweiz ist das «Tinder»-Fieber ausgebrochen. Immer mehr Singles benutzen die Smartphone-Applikation für einen Flirt. Auch Ex-Miss-Schweiz Whitney Toyloy. «Es ist lustig und unterhaltsam», so das Urteil der 23-Jährigen. 

«Tinder» könnte tatsächlich ein Game sein, das man unterwegs im Zug oder an der Tramhaltestelle spielt. Die Benutzung ist einfach und geht schnell. Die Anwendung loggt sich über Facebook ein und greift auf alle relevanten Daten und den geografischen Standort zu. Auf diesen Daten basierend sucht die App andere Nutzer im Standort-Umkreis. Die potenziellen Singles werden mit Facebook-Profilfoto, gemeinsamen Interessen sowie Alter angezeigt.

Jetzt muss der Nutzer entscheiden, ob er die Person, die ihm angezeigt wird, heiss findet oder nicht. Gefällt dem User, was er sieht, klickt er auf das Herz oder wischt mit dem Finger nach rechts, gefällt es ihm nicht, drückt er auf das Kreuzchen oder wischt nach links. Aber Achtung: einmal auf das Kreuzchen geklickt, lässt sich die Entscheidung nicht mehr rückgängig machen. Blockieren lässt sich eine Person im Nachhinein aber immer.

Bis zu diesem Zeitpunkt geschieht alles anonym. Das Gegenüber erfährt nichts von der Bewertung, bis sie selbst ebenfalls auf das Herz klickt. Jetzt können die beiden Personen miteinander chatten und sich für ein Date verabreden - wenn sie möchten. Ob das Treffen auf ein schnelles Nümmerchen herausläuft oder sich die Nutzer tatsächlich ineinander verlieben, ist ihnen selbst überlassen. Natürlich wird «Tinder» von einigen Usern nur dazu benutzt, sich für ein Schäferstündchen zu verabreden.

Dass «Tinder» oberflächlich ist, lässt sich nicht bestreiten. Bereits zahlreiche Frauen haben sich darüber beschwert, dass die Applikation nur auf Äusserlichkeiten fixiert ist, wie Telegraph.co.uk schreibt. Doch seien Sie ehrlich. Würden Sie jemanden ansprechen, der Sie optisch nicht anspricht..?

Anders als ähnliche Dating-Apps wie «Badoo», «Hot or Not» oder «Blendr», bei denen es mittlerweile nur noch um Sex-Treffen geht, gehen die Entwickler von «Tinder» auf die negativen Kommentare ein. Um ihr Image aufzupolieren, haben sie sich mit «Amnesty International» zusammengetan. Es sei wichtig, dass alle Frauen selbst entscheiden können, wie sie ihr Leben leben wollen. «Nicht alle Frauen haben die Auswahlmöglichkeiten, die du hast. Du wählst deinen Partner. Vielen Frauen wird keine Wahl gelassen», so die Message der Werbung.

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