Wurst und mehr Wiener Life Ball wirbt mit Brüsten UND Penis

Der Trend geht derzeit eindeutig zur Wurst. Zuerst gewinnt eine Dragqueen den Eurovision Song Contest, dann bewirbt der Wiener Life Ball seine Veranstaltung mit einem Transgender-Model. Und beide wollen das Gleiche vermitteln. Nämlich: Dass das Geschlecht im Leben keine Rolle spielen sollte.
Wiener Life Ball wirbt mit Transgender Model Carmen Carrera
© Keystone

In dem Bild geht es nicht um Sexualität, wie man auf den ersten Blick vermuten würde. «Es geht um Identität und darum, dass es für die menschliche Würde und den gegenseitigen Respekt keine Grenzen gibt», sagt Gery Keszler, der Organisator des Life Balls. 

Es ist ein Glücksgriff für Gery Keszler, dessen ist sich der Organisator des Life Ball bewusst. Perfekter konnte der Sieg von Conchita Wurst, 25, beim Eurovision Song Contest nämlich nicht mit der Benefiz-Veranstaltung zusammenfallen.

Dass momentan eine Transgender-Welle über Österreich schwappt, ist offensichtlich. Ganz Wien wird demnächst mit den Plakaten des Künstlers David LaChapelle beklebt. Mutig, denn das Sujet wird so manchen Hauptstädter vor lauter Provokation leer schlucken lassen. Die 29-jährige Carmen Carrera posiert nackt. Nicht ganz so, wie Gott sie geschaffen hat, aber dennoch: mit Brüsten und Penis. «Dein Geschlecht sollte weder in deinem Herzen eine Rolle spielen noch in der Form, wie du deine Persönlichkeit nach aussen trägst. Wir sollten uns nicht davor fürchten, einer bestimmten Geschlechterwahrnehmung entsprechen zu müssen, denn auf diesem Planeten gibt es so viele unterschiedliche Menschen. Meine Botschaft lautet: Schönheit hat kein Geschlecht. Am Ende des Tages ist Schönheit einfach nur Schönheit», sagt das Transgender-Model, das mit dem Motto «Ich bin Adam. Ich bin Eva. Ich bin ich» den diesjährigen Event bewirbt. 

Natürlich darf auch Thomas Neuwirth bei dem legendären Ball nicht fehlen. Schliesslich hat er mit seiner Kunstfigur die Diskussion um Toleranz erst richtig ins Rollen gebracht und die Botschaft des Life Ball beflügelt. Darum wird er am 31. Mai als Conchita Wurst seinen ESC-Gewinnersong «Rise Like a Phoenix» in der Hofburg zum besten geben. «Sie ist family. Ich musste ihr im Vorfeld versprechen, dass sie auf jeden Fall auftreten kann - egal, ob sie gewinnt oder nicht», erzählt Keszler dem ORF

Gewonnen hat sie am Ende haushoch - und das mit prominenten «Daumendrückern». Russell Brand beispielsweise postete auf Twitter ein Bild von sich in einem grünen Kleid. «Ich bin fix und fertig», schrieb er am Samstagnacht nach dem ESC zu dem lustigen Schnappschuss.

Russell Brand als Conchita Wurst nach ESC 2014
© Via Twitter.com

«Ich bin fix und fertig - aber es war eine grossartige Nacht», scherzt Russell Brand nach dem Sieg von Conchita Wurst beim ESC in Kopenhagen.

Spätestens seit März ist der 38-jährige Schauspieler Fan der Künstlerin. Das, ausgerechnet nach einem «Missverständnis». «Unterwegs nach Wien für ‹MessiahComplex› und eine Rede an die UNO und schon bin ich auf ihren Titelseiten», twitterte der britische Komiker. Zu sehen war dabei das Cover der «Kronen Zeitung» mit Wurst, die bereits damals vom Sieg träumte. Zwei Stunden später klärte Brand den angeblichen Irrtum auf. «Halt, das bin ich ja gar nicht», lautete seine Erkenntnis. 

Nach dem ereignisreichen Wochenende kommt der Ex-Mann von Katy Perry, 29, der für seinen Dok-Film «Re: Brand» schon einmal Sex mit einem Mann hatte, gar mit einer eigenen Presseshow. Darin behandelt er die Ähnlichkeit von sich und der Österreicherin sowie die heiss diskutierte Geschlechterfrage. Denn auch er hat offenbar festgestellt, dass die Medien derzeit vom Transgender-Thema beherrscht werden.

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