Foto-Projekt Von Durban bis Zürich: Frauen zeigen ihr Zuhause

Sieben Jahre, sieben Städte, ein Vorhaben: Die Fotografen Andreas Gemperle und Oliver Rust haben Frauen auf allen Kontinenten in ihrem Umfeld und ihrem persönlichen Modestil porträtiert. Sie dafür zu gewinnen, war mitunter eine echte Herausforderung. 90 Laien-Models haben am Ende einen intimen Einblick in ihr Privatleben gewährt.

Sie heissen Agatha, Scarlett oder Naomi. Kommen aus Durban, Phoenix oder Tokio. Und sind Kellnerin, Studentin oder Verkäuferin. Auf den ersten Blick haben die Frauen so gar nichts miteinander am Hut - und doch verbindet sie etwas: Sie alle öffneten zwei Schweizer Fotografen ihre Haustüre und liessen sich in ihrem persönlichen Umfeld ablichten.

Andreas Gemperle, 40, aus Winterthur und Oliver Rust, 36, aus Zürich waren in den vergangenen sieben Jahren sieben Mal gemeinsam unterwegs, um junge Frauen zwischen 18 und 25 Jahren für ihren Bildband «World Wide Girls Fashion Home Stories» zu besuchen. Ihre Reisen führten sie nach Novosibirsk (Sibirien), Durban (Südafrika), Tokio (Japan), Salvador da Bahía (Brasilien), Reykjavík (Island), Phoenix (USA) und am Ende nach Zürich. «Wir wollten wissen, wie die Frauen leben», sagt Andreas Gemperle im Gespräch mit SI online, «was sie bewegt und welche Träume sie haben.» Die grosse Herausforderung: Models für ihr Herzensprojekt zu gewinnen - denn welche Frau lässt schon wildfremde Männer aus dem Ausland in ihr Zuhause?

Der Start gestaltete sich entsprechend harzig. Gerade mal zwei Kandidatinnen fanden sich nach einem Inserat in der Lokalzeitung beim Hotel in der sibirischen Stadt Novosibirisk ein. «Wir verliessen uns zu sehr auf unsere Kontaktperson», weiss Gemperle rückblickend. «Da machten wir uns selbst auf die Suche und versuchten, das Vertrauen der Frauen mit Hilfe einer Übersetzerin auf der Strasse, in der Schule oder in Restaurants zu gewinnen.»

Was in Sibirien klappte, funktionierte aber nicht zwangsweise auch in den anderen Städten. «Die kulturellen Unterschiede waren immens. Und sehr spannend.» Die zunehmende Erfahrung, aber auch die Lancierung einer eigenen Projekt-Website, dank der sie einige Werke zeigen konnten, vereinfachten die Suche mit der Zeit. Insgesamt 90 Frauen haben am Ende mitgemacht, zwölf davon in Zürich.

Die Laien-Models gewährten Einblick in ihre Wohnung oder ihr Haus, zeigten ihre Umgebung und einen für sie wichtigen Ort und - ebenfalls wichtig: Sie öffneten ihren Kleiderschrank. Schliesslich spielt die Mode bei den meisten Frauen, unabhängig ihrer Herkunft, eine tragende Rolle im Leben. Gemperle und Rust haben die Porträtierten gebeten, sich modisch anzuziehen und zu stylen. «Wir wollten uns ein möglichst vollständiges Bild ihrer Persönlichkeit einfangen und mit der Kamera festhalten.» Das Ergebnis: ein Band mit 90 kunterbunten Homestorys von Durban über Phoenix bis Zürich.

«World Wide Girls Fashion Home Stories»: Weitere Infos zum Bildband und zum Projekt finden Sie hier.

Buchvernissage: Donnerstag, 23. Januar, ab 19 Uhr, Pixstudios, Saatlenstrasse 261-265, Zürich.

Making-of-Video von den Shootings in Reykjavík:

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