Schon gefahren: Dacia Lodgy Bei Familiensymptomen

Zum Occasionstarif bietet Dacia einen neuen Kompaktvan mit bis zu sieben Plätzen an. Den Lodgy gibt es ab nicht mal 13 000 Franken, doch spart er trotzdem weder an Platz noch an Komfort.
Nur billig war gestern: Der Dacia Lodgy verblüfft mit Talenten, die man ihm wegen seines Tiefstpreises kaum zutrauen würde.
Nur billig war gestern: Der Dacia Lodgy verblüfft mit Talenten, die man ihm wegen seines Tiefstpreises kaum zutrauen würde.

Marketing ist die Kunst, uns mehr zu verkaufen, als wir eigentlich bräuchten. Bei Dacia jedoch ist Marketing für einmal die Kunst, uns auf genau diesen Unsinn hinzuweisen. Mit «Leiden Sie an Statussymptomen?» wirbt die rumänische Renault-Tochter bei uns für ihre Preisbrecher und schafft damit ausgerechnet in der reichen Schweiz schon stolze 1,8 Prozent Marktanteil. Mit dem Lodgy wird dieser Reiz des Verzichts auf den Überfluss nun auch für Familien zum Thema.

Klar findet man Grund zum Meckern in einem derart günstigen Kompaktvan: Die Cockpitmaterialien wirken teils wie handgeschnitzt; die Lenkung arbeitet mit der Präzision eines Wattebausches. «Kompromisse gehören dazu», räumt auch Dacia-Boss Arnaud Deboeuf ein, «wenn man ein Volumenauto zum Tiefpreis konzipiert.» Umso verblüffender fällt der positive Gesamteindruck aus: gute Qualität, dank Farbe etwas Wohnlichkeit, prima Sitze, leise Akustik – und weil der Lodgy ja dazu gebaut ist, in Schwellenländern Familien auf üblen Pisten rüttelfrei von A nach B zu bringen, federt er richtig komfortabel.

Den lethargischen Basisbenziner sollte man ignorieren. Besser greift man zu den zugstarken Dieseln oder, ab Sommer, zum flotten, seidigen 1.2 TCe mit 115 PS (Werksverbrauch 5,8 l/100 km). Zumal bei diesen tiefen Preisen Budget übrig bleibt, um sich die höhere Ausstattung zu gönnen; in der kargen Basis wären ausser Servolenkung, ABS und Airbags nicht mal ESP, Radio oder Zentralverriegelung dabei. Stets inklusive ist ein Raumangebot, das im weiten Feld von Renault Kangoo bis VW Touran mit zu den grössten zählt. Im Fond hat man sehr viel Kopffreiheit, für Kinder passt die Reihe drei (CHF 800.–) – und Gepäck schluckt der 4,50-Meter-Van bis 2617 Liter. Das reicht sogar zum Spontanzügeln.

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