Nissan Micra Casanova wird Weltbürger

Mit dem vierten Micra wagt Nissan die Zäsur: Statt flippiger Frauenliebling will der neue Cityflitzer künftig einfach ein praktischer Kleinwagen sein – und das in 160 Ländern!
Frecher Flitzer: Der neue Nissan Micra ist zwar weniger flippig, aber trotzdem chic.
Frecher Flitzer: Der neue Nissan Micra ist zwar weniger flippig, aber trotzdem chic.

Auch Casanovas kommen in die Jahre: In den ersten drei Generationen galt der Nissan Micra als ausgesprochener Frauenliebling. Gerade seine letzte Auflage gab sich mit skurrilen Kulleraugen beinahe wie ein Modeaccessoire. Um den Preis, konservative Kunden zu verprellen. Doch nun wagt Micra Nummer 4 die radikale Kehrtwende: Er will allen gefallen. Das verblüfft umso mehr, da gerade Nissan mit flippigen Nischenmodellen wie dem Cube oder dem neuen Juke auf Kundenfang geht.

«Die neue Generation wird die loyale Micra-Klientel ansprechen, aber auch neue Kundengruppen», sagt Markus Suter, Brand Director von Nissan Schweiz: «Zumal er günstiger ist als sein Vorgänger.» Eine gute Basis, denn für Nissan ist der Micra in Zukunft das Weltauto für 160 (!) Länder. Gut also, hat Nissan diesem einstigen Beau vom Dienst zwar kein spektakuläres, aber allemal ein sehr adrettes Kleid geschneidert. Und ein grosses Kleid: Obwohl er nur um vernünftige sechs Zentimeter auf jetzt 3,78 Meter Länge wächst und damit genau zwischen den Kleinst- und den Kleinwagen rangiert, hat der Micra im Fond Reiseraum für zwei Erwachsene. Sein Revier bleibt aber trotz prima Komfort die City: Leichte Lenkung und gute Übersicht helfen beim Parkieren.

Die optionale Elektronik, die die Parklückenlänge misst, braucht es kaum. Schön, dass die bequemen Sitze des Fünftürers uns in Kurven so guten Halt bieten wie das auf handlich getrimmte Fahrwerk. Anfangs rollt der Eintönner mit einem 1,2-Liter-Dreizylinder und quirligen 80 PS an. Das reicht für die Stadt locker, am Berg gerät er aber ins Schnaufen. Ab Sommer hilft dagegen ein Benziner mit Direkteinspritzung, Kompressor und Stopp-Start-System, der aus ebenfalls nur 1,2 Liter Hubraum 98 PS bei etwa vier Litern Verbrauch holt.

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