Check-up Lymphome: Heimtückische Gefahr!

Mehr als 1700 Menschen erkranken in der Schweiz jedes Jahr an Lymphdrüsenkrebs. Die Diagnose ist nicht einfach, Vorbeugung kaum möglich. Zum Glück gibt es grosse Fortschritte in der Therapie. 
Lymphome: Heimtückische Gefahr!
© BSIP

Schwellungen am Hals sollte man immer beim Arzt abklären lassen.

Unter Lymphom versteht man einen vergrösserten Lymphknoten, umgangssprachlich Lymphdrüse. In der Medizin werden die bösartigen Erkrankungen des Lymphsystems als maligne Lymphome bezeichnet. Im Volksmund spricht man auch von Lymphdrüsenkrebs.

Da sich in vielen Regionen des menschlichen Körpers lymphatisches Gewebe befindet, können maligne Lymphome auch Organe wie die Haut, den Magen, den Darm oder das Gehirn betreffen. Man unterscheidet heute über 80 verschiedene Lymphom-Typen. In der Schweiz erkranken jährlich mehr als 1700 Menschen neu an einem Lymphom. 90 Prozent der Lymphome gehören zur Gruppe der B-Zell-Lymphome, 10 Prozent sind T-Zell-Lymphome.

Im Körper sind Milliarden solcher Tund B-Zellen vorhanden. Sie schützen und überwachen den Körper. Sie müssen aber dauernd erneuert werden. Die Zellvermehrung erfolgt nach einem genau vorgeschriebenen Muster. Welche Zellen sich wann teilen dürfen, wird streng kontrolliert. Ist dieses Programm gestört, kann es geschehen, dass sich die Immunzellen unkontrolliert vermehren. Als Folge kann ein Lymphom entstehen.

Das häufigste Anzeichen eines Lymphoms sind Lymphknotenschwellungen am Nacken, am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leiste. Oft sind die Schwellungen beschwerde- und schmerzfrei. Lymphome wachsen meist längere Zeit unbemerkt. Wenn erste Beschwerden auftreten, lassen diese meist nicht direkt auf ein Lymphom schliessen. Oft werden die Anzeichen und Symptome von Lymphomen fälschlicherweise als Grippe, Erkältung oder einfach als Müdigkeit eingestuft, was eine Diagnose verzögern kann. Eine Erkältung oder ein Infekt können zwar Anzeichen eines Lymphoms sein, aber natürlich steckt nicht hinter jeder Erkältung ein Lymphom. Im Zweifelsfall sollten geschwollene Lymphknoten einem Arzt gezeigt werden.

Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Lymphome zu behandeln. Die Therapie wird auf den jeweiligen Lymphom-Typ abgestimmt. Zu den Behandlungsmöglichkeiten gehören Chemotherapie und Immuntherapie mit monoklonalen Antikörpern, allein oder in Kombination, Strahlentherapie, Stammzell-Transplantation und die Strategie «Watch and wait» – beobachten und abwarten. Die Aussicht auf neue Therapien gibt Hoffnung, dass in nicht allzu ferner Zukunft noch mehr Patienten mit Lymphomen auch in fortgeschrittenem Stadium geheilt werden können.
 

MÖGLICHE SYMPTOME EINES LYMPHOMS
 

- Infektanfälligkeit

- Appetitlosigkeit

- Unerklärlicher Gewichtsverlust

- Meistens schmerzlose Schwellungen am Hals, in der Achselhöhle oder in der Leistengegend

- Unerklärliches Fieber, speziell in der Nacht

- Extremes Schwitzen, speziell in der Nacht (mehrmaliges Pyjamawechseln)

- Schmerzen im Bauchbereich

- Hartnäckiges Jucken, jedoch keine Allergie oder Neurodermitis

- Hartnäckiger Husten oder Atemlosigkeit

- Unerklärliche Müdigkeit oder Fatigue

WELT-LYMPHOM-TAG
Anlässe und Infos


World Lymphoma Awareness Day
Rund um den Erdball machen am 15. September Lymphom-Patientenorganisationen auf diese Krebskrankheit aufmerksam. Durch Partnerschaften zwischen den Patientenorganisationen soll der Austausch von Erfahrungen, aber auch von Fachwissen über die Lymphom-Erkrankung gefördert werden.

Infotag in Bern

Auch in der Schweiz wird anlässlich des 15. Welt-Lymphom-Tages eine Veranstaltung durchgeführt. Lymphome.ch Patientennetz Schweiz lädt am Samstag, 15. September 2018 in Bern Betroffene, Angehörige und Interessierte ein. Renommierte Onkologen und Fachpersonen informieren über die häufigsten Lymphom-Typen. Wo: Welle 7, Schanzenstrasse 5, 3008 Bern. www.welle7.ch

Hilfe im Netz

Lymphome.ch Patientennetz Schweiz ist eine gemeinnützige, ehrenamtlich geführte Organisation, die ihre Aufgabe darin sieht, durch Beratung und Begleitung sowie Vermittlung von Informationen und neuen Erkenntnissen aus der Lymphom-Forschung das Bewusstsein von Patientinnen und Patienten mit einem Lymphom zu fördern, aber auch die Öffentlichkeit für Zeichen und Symptome der Lymphom-Erkrankung zu sensibilisieren. Gesprächsgruppen bieten Betroffenen und Angehörigen die Möglichkeit, sich aktiv und konstruktiv mir der Krankheit auseinanderzusetzen und sie besser verstehen zu lernen.

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