Check-up Allergien: Das hilft wirklich!

Heuschnupfen, Asthma und Ekzeme: Allergien nehmen ganz allgemein zu. Die Gründe dafür sind vielfältig. Und: Allergien sind an kein Alter gebunden. Dennoch lassen sich in den verschiedenen Lebensabschnitten Tendenzen feststellen - die wichtigsten Infos auf einem Blick. 
Allergien: Das hilft wirklich!
© iStockphoto

Mehr Dreck! Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen, sind seltener von Allergien betroffen. Der Grund: Wir leben allgemein zu sauber.

1 Schwangerschaft

Hat ein Elternteil eine Allergie, beträgt das Risiko für das Kind gut 30 Prozent, ebenfalls eine zu entwickeln. Sind beide Elternteile betroffen, steigt das Risiko auf 60 Prozent

Während der Schwangerschaft auf bestimmte Lebensmittel zu verzichten, kann Allergien beim Kind nicht vorbeugen.

höher ist das Risiko, an Asthma zu erkranken oder Allergien zu entwickeln, bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft aktiv oder passiv geraucht haben.

2 Babys und Kleinkinder

Kindern ist in der Schweiz von atopischer Dermatitis betroffen.

Bauernhofkinder leiden weniger an Allergien oder Asthma als Stadtkinder.

Monate ausschliesslich stillen wird zur Allergieprävention empfohlen.

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass Impfungen das Allergierisiko nicht erhöhen. Im Gegenteil: Es gibt Hinweise, dass sie das Risiko sogar senken können.

3 Kinder und Jugendliche

Eine Desensibilisierung – ab fünf Jahren möglich – zeigt bei Kindern eine sehr hohe Wirksamkeit.

der Kinder und Jugendlichen in der Schweiz leiden an Asthma.

Bei der sogenannten Allergie- karriere folgt auf Nahrungsmittelallergien und atopische Dermatitis im Säuglingsalter Asthma bronchiale im Kindesalter

Metalle, insbesondere Nickel, lösen häufig Kontaktekzeme aus. Bei Modeschmuck ist besondere Vorsicht geboten.

Bis etwa zum zehnten Lebensjahr leiden Jungs häufiger unter Allergien und Asthma. Mit Beginn der Pubertät sind mehr Mädchen betroffen. Grund sind unter anderem Östrogene und Hormonpräparate.

4 Erwachsene

der Berufskrankheiten, die die Haut betreffen, sind Kontaktekzeme. Zum Beispiel Reaktionen auf Kühlschmiermittel, Pestizide oder Desinfektionsmittel.

Fast jeder Fünfte erleidet mindestens einmal im Leben einen Urtikariaschub. Das Nesselfieber trifft Frauen häufiger als Männer.

Betroffenen einer Birkenpollenallergie reagieren aufgrund einer sogenannten Kreuzreaktion auch auf Nahrungsmittel wie bestimmte Früchte, Nüsse oder Gemüse.

Rund 1 Prozent der Schweizerinnen und Schweizer reagieren auf Histamin. Davon sind 80 Prozent Frauen.

Wird ein allergischer Schnupfen nicht richtig therapiert, kann sich daraus Asthma entwickeln. Ein solcher Etagenwechsel tritt bei mindestens 30 Prozent der Betroffenen auf.

5 Senioren

von 300 Personen ist im Laufe ihres Lebens von einer Ana- phylaxie – einer schweren allergischen Reaktion – betroffen.

Allergien nehmen bei älteren Menschen immer mehr zu.

Medikamente sind eine wichtige Ursache von allergischen Reaktionen im Alter.

Das sagt die Expertin
"Die Prävention beginnt schon im Mutterleib"


Frau Sereina de Zordo, Sie arbeiten bei der Hotline des Allergiezentrums als Beraterin. Welches sind die häufigsten Fragen?
Im Frühling melden sich natürlich viele Leute mit einer Pollenallergie. Aber die Themenpalette ist riesengross. Jedes Mal, wenn wir das Telefon abnehmen, gibt es neue Fragen.

Haben Allergien wirklich zugenommen?
Ja, wenn man die Zahlen aus den letzten Jahrzehnten vergleicht, ist das sicher so. Die Tendenz ist klar steigend.

Aber den Grund dafür hat man noch nicht herausgefunden?
Doch, ein paar Gründe kennt man schon, aber nicht alle. Das Problem ist multifaktoriell.

Um welche Faktoren handelt es sich?
Zum einen sind das Faktoren, die unseren westlichen Lebensstil betreffen. In diesem Bereich ist auch die Hygienetheorie angesiedelt: Sie sagt, dass wir heute zu sauber leben.

Können Sie das genauer erklären?
Unser Immunsystem musste sich im Verlauf der letzten Jahrzehnte immer weniger mit Bakterien und Viren auseinandersetzen. Es fehlen ihm die Feinde, und so beginnt es, auch auf Stoffe zu reagieren, die eigentlich harmlos sind. Es stuft plötzlich zum Beispiel Pollen oder gewisse Lebensmittel als gefährlich ein.

Was hat sonst noch einen Einfluss?
Auch die Umwelt hat sich verändert. Die Pollen werden etwa durch Luftschadstoffe aggressiver und können deshalb auch heftigere Reaktionen provozieren.

Also weniger Hände waschen?
Man muss da natürlich immer differenzieren. Es geht eher um einen gesunden Umgang mit Dreck. Aber ja, Kinder dürfen ruhig einmal am Boden spielen und Tiere anfassen.

Wie kann man sich präventiv vor Allergien schützen?
Die eigentliche Prävention beginnt schon im Mutterleib: Schwangere sollten sich ausgewogen ernähren und Übergewicht vermeiden. Ist das Kind einmal auf der Welt, ist es wichtig, allgemein keine Lebensmittel auszuschliessen. Ausser es besteht bereits eine Allergie, oder ein Lebensmittel ist erst später zugelassen, so wie beispielsweise Honig.


Noch mehr Infos bei aha!
Alle wichtigen Informationen zum Thema finden Sie unter www.aha.ch.

 
 
Auch interessant