Check-up Fruktose – Unterschätztes Übel

Beschwerden nach dem Essen können auf eine unzureichende Aufnahme von Fruchtzucker hindeuten. Gefährlich ist das nicht, aber belastend. Wer ein paar Regeln befolgt, muss trotzdem nicht auf Früchte verzichten. 
Fruktose Unterschätztes Übel
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Süsse Früchtchen Heidelbeeren enthalten wenig Fruchtzucker und sind bekömmlich.

Ein bis vier Stunden nach dem Essen fängt es an: Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen und Aufstossen. «Die Symptome einer Fruktosemalabsorption sind vielfältig und oft unspezifisch», sagt Arianne Zahnd, Ernährungsberaterin aus Birmensdorf ZH. «Dabei leiden 30 bis 50 Prozent der Bevölkerung darunter. Bei Verdauungsbeschwerden sollte man deshalb viel öfters an eine Fruktosemalabsorption denken.»

Fruktose kommt natürlicherweise in Kern- und Steinobst vor. Aber auch da gibt es Unterschiede: So enthalten zum Beispiel Wassermelonen, Trauben oder Kirschen eine grosse Menge des Fruchtzuckers. Honigmelonen, Heidelbeeren und Ananas haben jedoch eine geringere Konzentration davon und sind in normalen Mengen meist gut verträglich.

Was viele nicht wissen: Fruktose kommt auch in Honig, Agavendicksaft, Birnel und vielen verarbeiteten Nahrungsmitteln wie Süsswaren, Flocken und Konfitüren vor. «Auf den Inhaltsangaben tarnt sich Fruchtzucker oft als Invertzucker, Fruchtsüsse oder Fruktosesirup», sagt Arianne Zahnd.

Wichtig ist, dass man eine Fruktosemalabsorption von einer hereditären Fruktoseintoleranz unterscheidet. Bei der Ersteren ist die Funktion des Transportproteins für Fruchtzucker eingeschränkt, was aber nicht zu bleibenden Schäden führt. Bei der hereditären Intoleranz handelt es sich um einen seltenen genetisch bedingten Enzymmangel (1: 20 000 bis 1:30 000), der bereits im frühen Kindsalter entdeckt wird.

Die Diagnose einer Fruchtzuckerunverträglichkeit können Fachleute mit einem H2-Atemtest ermitteln. «Manchmal lasse ich meine Klienten bereits vor dem Test ein Essund Beschwerdeprotokoll führen», sagt Arianne Zahnd.
Auch Zuckeralkohole wie Sorbit werden bei einer Fruktose- malabsorption schlecht vertragen. Daher lohnt es sich, testweise auf Kaugummi, Bonbons und kalorienreduzierte Softdrinks zu verzichten.

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