Check-up Hoffnung im Kampf gegen MS

Bisher existierte keine Standard-Therapie für sekundär progrediente Multiple Sklerose. Eine neue Tablette soll helfen, die fortschreitende Behinderung aufzuhalten, so das Ergebnis einer Studie mit Schweizer Beteiligung.  
 Hoffnung im Kampf gegen MS
© Angela Hampton / FLPA

Bei der Behandlung von Multipler Sklerose wurden in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte erzielt. Menschen mit einem schubförmigen MS-Verlauf haben sehr gute Aussichten auf ein Leben ohne oder mit nur geringen Beeinträchtigungen, wenn nach den ersten Anzeichen der Krankheit rasch eine Diagnose gestellt wird und die Betroffenen konsequent behandelt werden.

Eine Ausnahme ist die sekundär progrediente Phase der MS, die bei der Mehrheit der MS-Betroffenen nach durchschnittlich 15 bis 20 Jahren auftritt. Bei Menschen mit sekundär progredienter MS schreitet die Behinderung kontinuierlich fort, und es existiert bisher keine Behandlung, welche diesen Verlauf aufhalten kann.Nun konnte für die Behandlung der sekundär progredienten MS erstmals die Wirksamkeit eines Medikaments nachgewiesen werden. Das geht aus einer klinischen Phase-IIIStudie hervor, die federführend am Universitätsspital Basel gestaltet und in der britischen Fachzeitschrift «The Lancet» publiziert wurde. Die Studie zeigt, dass das Medikament Siponimod das Fortschreiten der Krankheit aufhalten kann. Siponimod gehört zur Gruppe der S1P-Modulatoren und wird als Tablette verabreicht.

Die Therapiestudie schloss in 31 Ländern 1645 Patientinnen und Patienten mit fortgeschrittener sekundär progredienter Multipler Sklerose ein. Es handelt sich um die erste grosse klinische Studie überhaupt, welche die Wirkung eines Medikaments auf die Zunahme der Behinderung bei MS-Betroffenen in der sekundär progredienten Phase der MS untersucht hat. Das internationale Forschungsteam unter Leitung von Ludwig Kappos, Chefarzt Neurologische Klinik und Poliklinik am Universitätsspital Basel und Professor an der Universität Basel, verglich die Wirksamkeit von Siponimod mit einem Scheinmedikament.

Es zeigte sich, dass nach einer mittleren Einnahmedauer von 18 Monaten mit Siponimod behandelte Patienten im Vergleich zum Placebo zwischen 21 und 26 Prozent weniger häufig eine Behinderungsprogression erlitten. Auch die in der Magnetresonanztomografie gemessene Zahl der Krankheitsherde sowie die Abnahme des Hirnvolumens waren unter Siponimod signifikant geringer. Insgesamt war das Medikament gut verträglich.

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