Aston Martin Virage Der Doppel-Null-Status

Aston Martin hat seine Produktpalette mit dem Virage um einen edlen Gran Turismo erweitert. Der sündhaft schöne Sechsliter-V12 soll eine Lücke im Modellprogramm schliessen.


Wo ist James? In der Nähe des Virage wird man das Gefühl nicht los, 007 müsste jeden Moment um die Ecke kommen.
Wo ist James? In der Nähe des Virage wird man das Gefühl nicht los, 007 müsste jeden Moment um die Ecke kommen.

Aston Martin haftet etwas Mythisches an. Man weiss, dass es die englische Manufaktur gibt. Man hört, dass Autos dort seit je von Hand gefertigt werden. Man sieht, dass ihr Leder von sorgsam gehaltenen Rindern stammt und die Lacke teilweise mehr Schichten haben als manche Märchenbücher Seiten. Nur zu Gesicht bekommt man einen Aston kaum. Abhilfe können James-Bond-Filme schaffen. Seit 1962 ist der elegante Doppel-Null-Agent acht - mal in einen Aston Martin gestiegen, um die Welt zu retten. Ob Aston Martin dieselbe Aura umgeben würde, wäre 007 nie in einen DB5, Vantage oder DBS gestiegen, bleibt Spekulation. Tatsache ist aber, dass der Glamour der Filmfigur allgegenwärtig ist, sobald man sich dem neuen Aston Martin Virage nähert. Steigt man ein und fährt los, drängt sich die dazugehörige Souveränität auf.

Plötzlich fühlt man sich der charismatischen Arroganz von 007 verpflichtet. Ein würdiger Parkplatz scheint nur Optisch und leistungstechnisch steht der sportliche GT zwischen dem zahmeren DB9 (477 PS) und dem offensiv sportlichen DBS (517 PS), von dem Daniel Craig leider schon zwei zu Schrott gefahren hat. 497 PS hat der Virage. Fein herausgezüchtet, ohne Turbo oder Kompressor, stellt der 6,0-Liter-V12 keine Fragen. Wie Bond gibt er stattdessen spontan Antworten, setzt Befehle des Gasfusses postwendend um. Äusserlich nutzt der Virage die Zurückhaltung des DB9, um die Prahlerei des DBS zu zügeln. Auf der Strasse ist er dem vornehmen Lord ebenso gerne ein zuvorkommender Begleiter wie dem Top-Agenten in gefährlicher Mission. Sagenhaft ist natürlich auch der Preis des Edel-Boliden. Um den kommt aber nur herum, wer im Dienst Ihrer Majestät Aston Martin fahren darf.

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