Schweizer Illustrierte Die Macht der Liebe

Das Tagebuch von Chefredaktor Nik Niethammer.
Die Macht der Liebe
Die Macht der Liebe

Walter Roderer Warum empören wir uns eigentlich, wenn ein sehr alter, reicher Mann eine sehr junge, arbeitslose Balletttänzerin heiratet?

Vergangene Woche enthüllte der «SonntagsBlick», dass der Schweizer Volksschauspieler Walter Roderer, 90, vor fünf Jahren seine 60 Jahre jüngere Grossnichte geehelicht hat. Die Reaktionen in den Internet-Foren und Leserbriefspalten fielen heftig aus: Von Heiratsschwindel war die Rede, von Scheinehe und Steuerbetrug. Selbst ernannte Moralapostel entblödeten sich nicht, Walter Roderer einen Sex-Grüsel zu schimpfen.

Idealerweise, so die Volksmeinung, kommen Ehepaare aus dem gleichen Kulturkreis, sind ungefähr gleich alt und haben einen ähnlichen sozialen Hintergrund. Dann hat die Ehe eine Daseinsberechtigung.

Uns befremdet, was ausserhalb der Norm liegt. Walter Roderer und Ehefrau Anina trennt mehr als ein halbes Jahrhundert – es scheint undenkbar, dass sie glücklich miteinander sein können. Und es irritiert uns, zu hören, dass zwei Menschen sich entschieden haben, eine platonische Ehe zu führen.

Die Gesellschaft akzeptiert eher, dass ein Mann seine Frau schlägt, Kinder vernachlässigt werden oder Sex zwischen Ehepartnern erzwungen ist, als den Gedanken, dass zwei sehr unterschiedliche Menschen ihr Glück NUR auf Vertrauen,
gegenseitiges Einvernehmen und geistigen Austausch bauen. Roderer nennt das «Anina hegen und pflegen und ihr alles ermöglichen». Jeder gute Ehemann tut das für seine Frau.

Und dann geht es ja auch noch um Fürsorge. Roderer will Anina versorgt wissen. Ein ureigener Zweck der Ehe und ein ehrenhaftes Motiv seit Jahrhunderten.

Lassen wir uns doch in Gedanken auf diese unkonventionelle Beziehung ein. So wenig wie es ein Rezept für die Liebe gibt, so wenig gibt es DIE RICHTIGE LIEBE. Liebe ist, was sie ist: eine Macht, gegen die man nichts tun kann. Wie das Paar sie lebt, ist seine Sache. Man kann das verstörend finden – oder staunen.

Walter Roderer sagt im grossen Interview mit SI-Autorin Stephanie Ringel: «Anina ist für mich ein Geschenk Gottes.» Lieber Walter Roderer, ich gönne Ihnen dieses Geschenk von Herzen – ab Seite 28.

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