«Fensterbär» Ein einsames Stofftier erobert die Herzen

Seit Wochen schon blickt ein Teddybär aus einem Fenster einer scheinbar verlassenen Wohnung in Wien. Bis über die österreichische Landesgrenze hinaus fragt man sich nun, was es mit dem lebensgrossen Bären auf sich hat. Und wer den plüschigen Meister Petz einfach und so herzlos seinem Schicksal überlassen kann.

Er lebt am Sechshauser Gürtel in Wien, schläft nie und starrt nachdenklich hinunter auf die Strasse. Mal trägt er Hut, dann wieder Shirt und je nach Wetter ist er sogar mit einem Sonnenschirm ausgerüstet. An manchen Tagen, nämlich dann, wenn er besonders traurig ist, hilft nur noch der Griff zur Schokoladencreme. Das ist menschlich, aber nur Mutmassung, denn der Bär, der seit geraumer Zeit in Richtung U-Bahn-Station Gumpendorfer Strasse blickt, spricht nicht. Kein einziges Wort.

Aber er entzückt. Daher ist er mittlerweile auch nicht mehr ganz so einsam wie noch Wochen zuvor: Auf Facebook hat das riesige Kuscheltier mit bereits über 6000 Anhängern eine wachsende Fangemeinde. Tendenz stündlich steigend.

Martin Schneidewind, Komponist des Liedes «Der einsame Fensterbär», ist der Gründer des Facebook-Profils. Er hatte jedoch bislang noch keinen Kontakt zum Bären-Besitzer, wie er der österreichischen Presseagentur «APA» mitteilte. So eine grosse Resonanz auf seine Fanpage hätte er nicht erwartet.

Sowieso weiss niemand, wer es über das Herz bringt, den tapsigen Bären tagein, tagaus seinem alleinigen Schicksal zu überlassen. Und ein Gesetz der Aufsichtsverletzung gegenüber Stofftieren ist uns nicht bekannt. Die Mitarbeiterin einer im gleichen Haus ansässigen Pferdemetzgerei kann über den Vormund des Bärens ebenso wenig Auskunft geben. Sie glaubt aber, dass die Wohnung sonst unbewohnt ist.

Auch Gerhard Zatlokal ist ratlos, wie die «APA» weiss. Der Bezirksvorsteher von Rudolfsheim-Fünfhaus wusste bis vor dem Internet-Hype um den Teddybären noch nichts von der Existenz des illegalen Hausbewohners. Man würde dem aber nachgehen, heisst es.

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