Toyota Auris Ein Viertel attraktiver

Bisher stand der Toyota Auris im Schatten des enorm erfolgreichen Vorgängers Corolla. Die zweite Generation des Kompakten will in Europa auch dank ihrem CHARAKTERGESICHT durchstarten.
Kleider locken Leute: Das aggressive Styling des neuen Toyota Auris verströmt deutlich mehr Sexappeal als jenes des langweiligen Vorgängers.
Kleider locken Leute: Das aggressive Styling des neuen Toyota Auris verströmt deutlich mehr Sexappeal als jenes des langweiligen Vorgängers.

Das Erbe eines Erfolgstyps anzutreten, ist schwer. Der erste Auris war denn auch gar kein ausgesprochener Misserfolg, doch als Corolla-Nachfolger ohne Glück. Wohl auch weil sich die Namensänderung – Auris war eigentlich als Aufwertung gedacht – kontraproduktiv auswirkte: Der Corolla war ein Jemand, der Auris erst mal ein Niemand. Die zweite Generation des Kompaktwagens soll die Phase der Glücklosigkeit beenden. Die wichtigste, weil oft kaufentscheidende Neuerung ist augenfällig: Zählte der bisherige Auris optisch zu den Langweilern, blickt der Neue entschlossen und aggressiv in die Rückspiegel von VW Golf und Konkurrenz. «Dies ist der erste Auftritt des neuen Toyota-Gesichts», erläutert uns Chefentwickler Yasunori Suezawa. «Wir wollten mehr Emotion, mehr Leidenschaft.» Die sollen dazu beitragen, den Auris-Absatz in Europa um 25 Prozent zu steigern. Noch ohne den im Sommer folgenden Kombi wohlgemerkt, ohne den es der Auris im Kombiland Schweiz zuvor schwer hatte. Aber auch im Inneren weht ein frischer Wind. Die Sitze sind bequem, die Qualität top. Nur wirken einige Details leider vom Zeitgeist überholt: Die Digitaluhr scheint noch aus einem in den Achtzigern verstaubten Teileregal zu stammen. Dafür liegt das Raumangebot auf Konkurrenzniveau. Gar darüber liegt der exzellente Topdiesel. Den 124-PS-Selbstzünder kauft man nicht alleine wegen seiner Sparsamkeit (Werksverbrauch 4,4 l/100 km), sondern vor allem wegen seines seidigen Laufs, der deftigen Kraft und des hohen Gute-Laune-Faktors. Klar gibt es auch Benziner und wieder den einzigen Vollhybrid der Klasse. Doch nervt der ansonsten gewohnt perfekte Hybridantrieb trotz deutlicher Besserung erneut mit gequältem Heulen unter Last, was den Spass am Sparen (3,8 l/100 km) und an dem sonst ruhigen Lauf etwas vergällt. Zumal der Auris sonst ein samtener, leiser Typ mit exzellentem Fahrkomfort ist.

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