«Myoko», Zermatt VS Asiaten erobern das Matterhorn-Dorf

Wo früher museale Steigeisen und Gletscherbrillen gezeigt wurden, kreieren heute Sushimaster Ikuma und seine jungen Köche traditionelle japanische Höhenflüge.
Sushimaster Ikuma und die Crew vom "Myoko" in Zermatt bereichern die Alpengastronomie
© SI/Gault Millau Sushimaster Ikuma und die Crew vom "Myoko" in Zermatt bereichern die Alpengastronomie

Der Sushimaster Ikuma zelebriert sein Können im stilvoll eingerichteten «Myoko», dem ehemaligen Bergsteigermuseum mitten im Dorf. Zwei Trümpfe spielt das Lokal aus: Sushi & Co. im Parterre, Teppanyaki-Akrobatik im ersten Stock.

Den Seilers sei Dank: Zum Imperium gehören nicht nur erstklassige Hotels («Mont Cervin», «Monte Rosa»), sondern zunehmend auch hervorragende Restaurants. Das «Capri» (nur im Winter geöffnet) setzt im Matterhorn-Dorf den kulinarischen Massstab (16 Punkte), und auch an der Asia-Front tut sich ­einiges. Das «Myoko» etwa möchten wir nicht mehr missen. Es hat Klasse, ist in der Hochsaison stets ausgebucht und in der Nebensaison ein guter Beitrag gegen den örtlichen «Kaltbetten-Tiefschlaf».

Wir steigen am liebsten hoch in den ersten Stock und reservieren einen Platz direkt an den Teppanyaki-Grills. Es macht Spass, den jungen japanischen Köchen bei der Arbeit zuzusehen: beeindruckende Präzision, Konzentration –und eine Prise Show natürlich. Auf den Grill kommt (fast) alles: Rindfleisch, Krustentiere, Meerfisch.

Das Vorspiel? Feine Fleischbällchen an Nusssauce als Amuse-Bouche. Sushi- oder Sashimi-Kreationen von bester Qualität aus dem «Parterre»-Programm. Dann der Auftritt der Teppanyaki-Artisten: Die Zutaten werden auf dem Grill ausgebreitet, geschickt positioniert und schnell bearbeitet, abgeschmeckt, zerkleinert, bei Bedarf flambiert und – man kann es kaum mehr erwarten – gekonnt serviert.

Während die Köche den Grill bereits wieder auf Hochglanz polieren, geniessen wir die knackigen Crevetten, das feine schmackhaft gewürzte Gemüse und das zarte und zartrosa gebratene Fleisch von bester Qualität. Fazit nach einem letzten Schluck Sake: Das «Myoko» ist eine weitere Trouvaille in der beeindruckenden Zermatter Alpengastronomie.

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