«Greulich», Zürich Einfach geniessen

Das neue Konzept richtet sich nach Lust und Appetit der Gäste: Jeder bestellt so viele Platten, wie er mag. Küchenchef Nils Osborn zaubert hochkarätige Geschmackswelten.
Jung in Zürich Der 26-jährige Küchenchef Nils Osborn arbeitete vorher im «Teufelhof» in Basel. Lea Staub leitet das Restaurant Greulich.
© Bruno Voser Jung in Zürich Der 26-jährige Küchenchef Nils Osborn arbeitete vorher im «Teufelhof» in Basel. Lea Staub leitet das Restaurant Greulich.

«Small Plates» – so heisst das Restaurant-Konzept, mit dem das Hotel Greulich seit Ende letzten Jahres aufwartet. Doch keine Bange, es handelt sich nicht um karge Häppchen-Menüs oder sonstigen Schnickschnack. Aufgetragen werden mittelgrosse Platten, die pro Gang gut ein Dutzend Gabeln feinste Nahrung enthalten und die im Verlauf der Mahlzeit spontan bestellt werden können. Die Small Plates sollen unkompliziertes Essen fördern, und sie tun es auch. Sie eignen sich für alle, die munter vor sich hin schnabulieren oder nur etwas Kleines essen möchten, aber auch für jene, die sie wie ein Vier- oder Fünf-Gang-Menü verkosten wollen. Dank der reduzierten Grösse fehlen die sogenannten «Beilagen» – also blosses Kalorienfutter –, was den Genuss fördert. Dieses Konzept funktioniert vor allem dank seiner hochkarätigen Umsetzung.

Wir assen den Ziegenkäse mit weissen Bohnen und Zitronenmelissenpesto. Das Rührei und die geräucherte Forelle auf getoasteter Briochescheibe. Einen Spargelraviolo, kombiniert mit frischen und gedörrten Tomaten, dazu Kerbelschaum. Die Peperoni-Essenz mit Salbei-Frischkäse. Eine Linsengalette mit Tandoori-Püree und pochiertem Ei. Und all das schmeckte sensationell. Jeder einzelne dieser Gänge stellte eine in sich geschlossene Geschmackswelt dar und war überdies wunderschön angerichtet. Der Rotbarsch auf gedünstetem Fenchel und filetierter Grapefruit mundete ordentlich, ebenso das Maibock-Ragout auf Griessschnitte. Doch die letzteren beiden Gänge haben noch Verbesserungspotenzial.

Als unschlagbar erwies sich das Dessert: Die schaumige Panna cotta zu Safranglace auf in braunem Rum getränkter Ananas. Die Weinkarte ist ausschliesslich europäisch, ab drei bestellten Dezilitern wird eine neue Flasche geöffnet. Auch dieses Angebot fördert den unkomplizierten Genuss.

 

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