GaultMillau-Restaurant Von der Kunststube in die Wirtsstube

Der Geheimtipp in der Bündner Herrschaft? Das «Weiss Kreuz» mitten im Dorf. Iris Petermann wirtet hier mit zwei jungen Partnern, verpasst einem Traditionshaus neuen Glanz und eine unkomplizierte, aber blitzsaubere Küche.
Iris Petermann (Mitte) mit Stefan Jäckel und Claudia Vogt
© Marcus Gyger

Iris Petermann (Mitte) führt das «Weiss Kreuz» mit Küchenchef Stefan Jäckel und Partnerin Claudia Vogl.

  

Mangelnde Flexibilität kann man der energiegeladenen Iris Petermann nicht vorwerfen. Jahrzehntelang verwöhnte sie mit ihrem Mann Horst in den «Kunststuben» Küsnacht die Stars und die VIPs der Zürcher Goldküste. Jetzt steht sie in der Wirtsstube am Dorfplatz 1 in Malans, zapft schon mal das Bier, serviert draussen auf der grossen Sonnenterrasse ein feines «Bündner Plättli».

Das allerdings ist nur die halbe Geschichte, denn sie hat noch einiges mehr mitgebracht in die Bündner Herrschaft: ihren Charme und ihr Know-how. Elegantes «table top» und ein Meer von Blumen. Und vor allem starke Partner: Stefan Jäckel kocht, Claudia Vogl (beide ehemals «Kunststuben») wacht über Service und Keller.

Chef Stefan hats mit der Ente: eine geschmeidige, sanfte Entenleberterrine (mit Mango-Würfeln) und eine kräftige Entenbouillon zur Begrüssung. Eine knusprig gebratene Ente mit Orange im Hauptgang; Iris Petermann tranchiert den prächtigen Vogel mit alter 19-Punkte-Grandezza am Tisch. Der Chef, auch schon bei «Sacher» in Wien am Herd, hats auch mit Spezialitäten aus Österreich: Der Tafelspitz (Kalb) ist prima, ebenso Rahmspinat, Schnittlauchsauce und Apfelkren dazu. Das Wiener Schnitzel ist schnell zum Bestseller geworden, auch wegen des lauwarmen Kartoffel-Gurken-Salats. Den «Kaiserschmarrn» (mit Apfelkompott und Vanilleeis) zum Dessert sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

Wir bestellten quer durch die kluge Karte (mit fairen Preisen!) und verbuchten noch ein paar weitere Volltreffer: Der marinierte Saibling und der leicht geräucherte Lachs waren eine höchst erfrischende, leichte Vorspeise. Die Ravioli waren nicht eben leicht, dafür wunderbar: eine erstklassige Farce (Kalbsragout), ein dünner, aber nicht hauchdünner Teig, reichlich Salbeibutter. Natürlich deckt man sich auch in der Region ein: Die Spargeln werden in der Nachbarschaft gestochen (Rheintal, Chur, Fläsch). Der Bauer vom Wynegghof in Malans versorgt die «Neuzuzüger» mit Lamm und Gitzi. Unser Wein war «local» und erstklassig zugleich: Pi Ca Do vom Malanser Weingut Donatsch.

14/20 GaultMillau-Punkten: 
Restaurant Weiss Kreuz 
Dorfplatz 1
Postfach 65
7208 Malans
Tel. 081 735 25 00 

Täglich geöffnet
Alle Kreditkarten ausser Diners
Maestro Karte 
http://​www.weisskreuzmalans.ch

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