GaultMillau Taschenkrebse mit 20 Komponenten!

St. Moritz Gourmet Fesival Protokoll vom «Great BMW Finale» im «Suvretta»: Tanja Grandits glänzte. Jan Boerma will in die Schweiz. Dominique Crenn tanzte auf dem Tisch. 
Taschenkrebse mit 20 Komponenten!
© Andy Mettler

Der CEO bei den Starchefs Von links der Holländer Jacob Jan Boerma, Kurt Egloff (BMW Schweiz), Dominique Crenn.

Lichteffekte, Pop-Kammermusik-Ensemble Le Muse – und 38 Starchefs in der Küche! Das «Great BMW Gourmet Finale» im «Suvretta» St. Moritz war der Höhepunkt des Festivals. Peter Egli: «Wir sind ein Grandhotel, der Abend muss deshalb Glamour haben.» Dafür sorgten die Chefs: Sie verwöhnten 230 Gäste. Und weil für jeden Teller zehn oder mehr Handgriffe nötig waren, stieg der Adrenalinpegel ziemlich hoch. Die einzige Schweizer Vertreterin beim Grande Finale war Tanja Grandits («Stucki», Basel). Sie servierte gebratene Jakobsmuscheln mit Kartoffelschaum, würzte mit Kamille, Zitrone und Erdnuss, kriegte am Herd Besuch: «Können Sie sich als einzige Frau unter so vielen Männern problemlos durchsetzen?», erkundigte sich BMW-CEO und Hauptsponsor Kurt Egloff. «Aber natürlich», sagte Tanja ganz cool. Ihr zweiter starker Auftritt: Für die Gäste der «BMW Gourmet Safari» servierte sie im Weinkeller des «Kronenhofs» Pontresina einen Gang ganz in Violett: butterzarte Haxen mit Wacholder-Lack!

Der geniale holländische Chef Jacob Jan Boerma (19,5 Punkte, drei Sterne) suchte die ganz grosse Herausforderung: Taschenkrebse aus der Nordsee und Topinambur, dazu 20 weitere Komponenten auf dem Teller. «Es hat so viele grosse Chefs hier. Da will ich etwas bieten», sagte Boerma und verriet: «Am liebsten würde ich in der Schweiz ein Restaurant eröffnen, zum Beispiel in Genf. In diesem Land gibt es gute Produkte und gute Gäste.»

Die Franko-Amerikanerin Dominique Crenn war aus San Francisco angereist. Zu Hause koche sie nur mit Fisch und Gemüse, sagt sie, für das Finale aber hat sie sich geschmorte Querrippe an einem leichten, getrüffelten Hühnerjus mit Radieschen, Rindermark und eingelegter Senfsaat ausgedacht. Das ist nicht ganz so spektakulär wie Crenns Auftritt zu später Stunde im «La Baracca»: Sie tanzte auf dem Tisch und verspritzte Champagner wie ein Formel-1-Sieger. 

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