Château Gütsch, Luzern Lustvoll dinieren im Schloss

Das zauberhafte «Schlösschen» glänzt mit einem hochbegabten «Schlosskoch»: Jungstar Fabian Inderbitzin mischt die Luzerner Gourmet-Szene gewaltig auf.
Château Gütsch in Luzern
Château Gütsch in Luzern

Der russische Oligarch Alexander Lebedev, gemäss «Forbes» 3,7 Mil­liarden Franken schwer, war in Luzern auf Einkaufstour. Er postete das zauberhafte, leer stehende, schneeweisse Château Gütsch hoch über der Stadt.

Und Fabian Inderbitzin, einen der talentiertesten Jungköche im Land (GaultMillaus «Entdeckung des Jahres 2008»). Gut für alle: Die Luzerner mögen ihr stolzes Schlösschen. Und wir Inderbitzins erstaunliche Küche. Der 27-jährige Jungstar war mit seiner 12-köpfigen Brigade erst wenige Tage im Haus, der elegante Saal restlos ausgebucht, aber Anfangsschwierigkeiten waren nicht auszumachen.

Eine kleine «Best of»-Auswahl gefällig? Beim Amuse-Bouche beeindruckte die Leichtigkeit der Gazpacho (unter einer Crevette). Bei der Kombination von der Entenleber schmunzelten wir über die Praline, die in Speck verpackt über einem modischen Espuma aufgespiesst war, und bewunderten den intensiven Gelee, den wir beim «Gâteau» entdeckten.

Die Thai-Zitronengrassuppe war sauber und gut, die beiden Dim Sum dazu (Crevetten, Kalb) kleine Meister­werke. Grossartig dann die Hauptgänge. Der Chef mag teures Nidwaldner Holzen-Rind, serviert aber vom Black Angus nicht nur das butterzarte Entrecôte (mit einer Prise Fleur de Sel), sondern auch das Brustfleisch. 

Er lässt sich vom Metzger tolle Rippchen schneiden, schmort sie vier Stunden lang bei 80 Grad; auf Geschmortes stösst man auch im exquisiten Sommertrüffel-Kartoffel-Cappuccino. Sonderapplaus gabs fürs pochierte Kalbsfilet und vor allem fürs hausgemachte Kalbswürstchen (!) dazu.

Ronald Grob ist Direktor und «Transferchef» im Schloss, hat ein starkes Team zusammengestellt. Top-Sommelier Mathieu Zimmermann ist die Nummer eins an der Front, die Servicetruppe arbeitet flink und fachkundig. Traumhafte Aussicht von der Terrasse, freundliche Preise fürs Essen, unfreundliche für den Bordeaux.
 

«Château Gütsch» Petit Palais
Kanonenstrasse
6003 Luzern

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