Gasthaus im Feld, Gurtnellen UR Milchbänzä Kotelette & Banzogg

Der Abstecher von der A2 lohnt sich. Das Grosi hatte ein prima Hacktätschlirezept, aber der Solokoch BEAT WALKER kann mehr. Zusammen mit seinem Freund MARCO HELBLING ist er GaultMillaus Entdeckung des Jahres 2013 in der Deutschschweiz.
Gastgeber Beat Walker und Marco Helbling (l.). Sie führen den Betrieb in der fünften Generation in den kulinarisch siebten Himmel.
Gastgeber Beat Walker und Marco Helbling (l.). Sie führen den Betrieb in der fünften Generation in den kulinarisch siebten Himmel.

«Älpler-Choscht» heissts auf der Karte, und das tönt so: Grosis Hacktätschli, Rys und Pohr (Risotto mit Lauch und Kartoffeln, Apfelmus mit Zimt), Pouletbrüstchen an Nydläsauce (Rahmsauce) und mit gebratenen Sywgagglä (Rosmarin-Kartoffeln).

Wir orderten an einem der fünf Tische in der «Gourmet-Etage» einen Fünfgänger (für CHF 82.–!) und waren hell begeistert. Zuerst Dirrs, im Haus geräuchertes Trockenfleisch, dünn geschnitten, mit einem wunderbaren italienischen Olivenöl behandelt und einer liebevoll frittierten Holunderblüte als «Accessoire». Dann eine imposante Bergheusuppe, mit der grossen Kelle und nicht zu wenig Rahm aus einem wunderschönen Suppentopf geschöpft. Der Inhalt? Keine modischen Crevetten. Dafür Schinkenheu aus dem Muotathaler Urwald und damit von der Metzgerei Heinzer. Der Duft von Lavendel stieg fein aus dem Teller.

Der Urner Hobbyfischer Marco Baumann hatte vor dem historischen Haus zur Treib Glück: Ein stolzer, fast 4 Kilo schwerer Hecht zappelte an der Angel. Wir gehörten zu den Nutzniessern, genossen den Jäger unter den Vierwaldstättersee-Fischen an einer fantastischen Rotwein-Butter-Sauce. Kleiner Schönheitsfehler: Der «Rys und Pohr», der Risotto dazu, kriegte eine Überdosis Hitze ab.
Mächtig und sauber rosa gebraten der Hauptgang: «Milchbänzä Kotelette Urner Art». Die Lammkoteletts hatten prima Begleiter: einen anständigen Jus, präzis gekochtes Gemüse und Banzogglä, eine Art Schupfnudeln.

Zum Dessert gabs Gurtneller Heidelbeeren, frisch gepflückt, Tonkabohnenglace, Himbeertörtchen mit lauwarmem Felchlin-Schokolade-Törtchen und ein wunderbares Eis von Steiner Kirschen. (Wer so viel bietet, könnte eigentlich auf die abgepackten Wernli-Guetsli zum Espresso verzichten.) Wir sind beeindruckt. Vom Talent des Chefs (früher bei Albert Koller in Steinen SZ, bei Nik Gygax in Thörigen BE und bei Beat Bolliger in Klosters GR). Und vom freundlichen Service.

Gasthaus im Feld
Feld
6482 Gurtnellen
Tel. 041 885 19 09
www.feld.ch

Montag Ruhetag
Visa und Mastercard Maestro Card und Postcard

 

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