Grand Hotel Bellevue, Gstaad Riesen-Turbot und Sushi

Alles neu im Nobelhotel: Urs Gschwend und Sushimaster Norihiro Ogura müssen verlorenes Vertrauen und vertriebene Gäste zurückholen. Der Start ist geglückt.
Neustart im Gstaader«Bellevue»: Küchenchef Urs Gschwend und Sushimaster Norihiro Ogura planen den kulinarischen«Turnaround».
© Markus Gyger Neustart im Gstaader«Bellevue»: Küchenchef Urs Gschwend und Sushimaster Norihiro Ogura planen den kulinarischen«Turnaround».

Kehrt im Grand Hotel Bellevue wieder Ruhe ein? Die Anzeichen sind gut. Mit Urs Gschwend steht am neuen Herd ein erfahrener Küchenchef, der im«Lenkerhof» an der Lenk und im«Giardino» in Ascona gelernt hat, die besonderen Bedingungen eines Hotelrestaurants zu meistern. An seiner Seite steht Norihiro Ogura, den Fredy Giradet als ersten Japaner in seine Brigade geholt hat. Norihiro-San ist heute Sushimaster und wird im Winter im«Bellevue» sein eigenes japanisches Restaurant eröffnen.

Eine erste Kostprobe kriegten wir bereits: Ura Maki (mit Langustine in Sesam, Rucola, Schnittlauch und geröstetem Sesam), Futo Maki (Aal, mariniert mit Kabayakisauce und Szechuanblüte), Nigiri (Loup de Mer aus der Bretagne, frischer Ingwer, Wasabi). Erstklassig!

Chef Gschwend brachte aus dem Tessin ein paar Gerichte mit, die man nicht besser machen kann: Wir finden seinen Risotto (oft mit frischen Steinpilzen) grossartig, und auch die Spaghettini mit den kleinen Vongole sind untadelig.

Die eher kleine Karte ist bei den Vorspeisen noch etwas unübersichtlich, aber zwei tolle Tagesangebote des freundlichen Maître Simone Nicetto halfen über die Runde. Erst ein prachtvoller Turbot, über zwei Kilo schwer, serviert an einer zaghaft geschöpften Noilly-Prat-Beurre-blanc. Dann ein zweites«grosse pièce»: zartes Côte de Boeuf aus dem Simmental, am Tisch aufgeschnitten.

Der Teufel sitzt im Detail: Angerichtet wurde gemächlich auf kalten Tellern – darunter leiden die Beilagen (Gemüse, Tagliatelle).

Käse aus ganz Europa wird auf einem mächtigen Brett an den Tisch getragen, die Desserts zeugen von Experimentierfreudigkeit («Variation de Bellini»). Dass die Preise eher deftig sind (Weinkarte!), liegt wohl am speziellen Gstaader Luxus-Klima.

Grand Hotel Bellevue
Hauptstrasse
3780 Gstaad
Tel. 033-748 00 00

Täglich geöffnet.
Alle Kreditkarten, EC-Direct und Postcard

www.bellevue-gstaad.ch

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