Spedition, Baden AG Seeteufel & Felchen

Trendiges Lokal, ambitionierter Koch: Der Thüringer Torsten Rachlok ist im Merker Areal gut gestartet. Wir trauen ihm viel zu. Auch einen Zuwachs an Punkten.
Wunderschönes postindustrielles Ambiente: Geschäftsführerin Claudia Dettling mit dem vielversprechenden Küchenchef Torsten Rachlok.
© Katja Lehner-Grossi Wunderschönes postindustrielles Ambiente: Geschäftsführerin Claudia Dettling mit dem vielversprechenden Küchenchef Torsten Rachlok.

Die Latte liegt hoch. Auf 14 bis 15 Punkte möchte man mit dem neuen Küchenchef kommen, liess Geschäftsführerin Claudia Dettling die Öffentlichkeit in der Regionalzeitung wissen.

Wir vergeben zum Start 13 Punkte, sind uns aber bewusst, dass hier noch einiges mehr drinliegt. Einige Mängel mögen der Hektik eines Samstagabends geschuldet sein. So etwa wenn der Service erst fragen muss, bei welchem Gang des Menüs wir uns gerade befinden. Oder 20 Minuten später: ob wir nun den Hauptgang schon gehabt hätten (das Besteck lag noch unberührt da). Oder nach 50 Minuten Warten: das Trio Crème brulée wird nicht etwa frisch gemacht und lauwarm serviert, sondern auf Kühlschrank-Temperatur.

Halten wir uns ans Positive – davon gibts genug zu berichten: Torsten Rachlok bürgt für eine qualitativ hochstehende, nicht übertrieben kreative Küche. Ein Tartar von einer hausgebeizten Lachsforelle etwa, mit Avocado-Bett und kräftigem Ziegenfrischkäse begleitet. Oder eine wunderbar-sämige Kürbiscremesuppe mit sauber gebratener Jakobsmuschel. Ein Felchenfilet auf geschmortem Gemüse war perfekt geraten, ebenso einer der Hauptgänge, ein Seeteufel mit Jakobsmuscheln auf Vanille-Fenchel, Limettensauce und einer (zu grossen) Portion schwarzem Reis.

Nichts auszusetzen gabs am Kalbssteak mit Morcheln, einem stark reduzierten Portweinjus, begleitet von Tagliolini. Manchmal wünscht man sich noch eine Portion mehr Detailarbeit. Etwa beim Ingwerrisotto mit Feigen und einer Scheibe Aubergine in einem Piccata: Statt eine Feige in vier Schnitze aufzuschneiden und aufs Risotto zu legen, hätte man sie auch marinieren können.

Die Weinkarte hält sich streng an die Alte Welt, glänzt mit einigen Renommier-Marken vor allem aus Italien – wie Sassicaia oder Barbaresco von Gaja –, hält sich sonst vornehmlich an eine Palette von modern vinifizierten, erfolgreichen Weinen aus Spanien, Frankreich, Italien, Österreich und der Schweiz.

Restaurant Bar Spedition
Im Merker Areal
Bruggerstrasse 37
5400 Baden
Tel. 056 282 60 00
www.spedition-baden.ch

Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard. www.spedition-baden.ch.
Sonntag und Feiertag geschlossen

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