Hotel Schweizerhof, «Jack’s Brasserie», Bern Ursi, Julia und ein Schnitzel

«Jack’s Brasserie», Bern Viel Prominenz zur Eröffnung, viel (Wiener) Schnitzel im Teller! Der «Schweizerhof» erstrahlt in neuem Glanz. In «Jack’s Brasserie» kocht jetzt Silvan Durrer.
Mit Elan und Sachverstand: Direktor Michael Thommen und Küchenchef Silvan Durrer.
© Kurt Reichenbach Mit Elan und Sachverstand: Direktor Michael Thommen und Küchenchef Silvan Durrer.

 Ursula Andress war da, Top-Model Julia Saner ebenfalls. Denn Bern hat seinen «Schweizerhof» wieder, nach Jahren der Unsicherheit und heftigen Investitionen in die 99 Zimmer und Suiten. Haben die Feinschmecker auch ihre «Schweizerhof»-Restaurants wieder? Nur zum Teil. Die legendäre «Schultheissen-Stube» ist endgültig verschwunden. «Jack’s Brasserie» bleibt uns erhalten. Immerhin.

Die Brasserie im Erdgeschoss, der der frühere Mitbesitzer Jack Gauer den Namen gab, kriegte nur ein bescheidenes Facelifting ab. Der neue Direktor Michael Thomann hat für sein kulinarisches Aushängeschild den Innerschweizer Silvan Durrer verpflichtet, der die 22-köpfige Küchenbrigade mit grossem Elan leitet. Aus der überschaubaren Speisekarte orderten wir einen knackigen Mesclun-Salat mit schmackhaften provenzalischen Riesencrevetten, Artischocken-Stücken und Grissini. Beim Entenleber-Duett mit Portweinkirschen und Thymian-Brioche schmeckte die Terrine einwandfrei, das gebratene Stück war aber etwas gar lange in der Pfanne.

Von den Fischgerichten gefiel uns das pochierte Saiblingsfilet am besten. Es war mit Noilly-Prat-Schaum auf Artischocken angerichtet und wurde begleitet von violetten Schnittlauchkartoffeln und Peperoni. Auffallend viele Gäste bestellen den Klassiker im «Jack’s» schlechthin – ein riesiges Wiener Schnitzel mit lauwarmem Kartoffelsalat oder Pommes frites. Das zarte und feine Kalbfleisch wird in seinem dünnen Teig schwimmend gebacken und schmeckte uns ausgezeichnet. Noch etwas viel Biss hatte der Kartoffelsalat.

Wir gönnten uns zum Abschluss einen leichten und luftigen Financier-Cake mit Majoran, fein geschnittenen Aprikosen und Sauternes-Sorbet. Die Weinkarte ist 40 (!) Seiten stark, Flaschen im Offenausschank gibts im Dutzend. Sehr gut vertreten ist der Österreicher Manfred Krankl, der im südkalifornischen Santa Barbara Valley ein Weingut betreibt.

Hotel Schweizerhof 
«Jack’s Brasserie»
Bahnhofplatz 11
3001 Bern
Tel. 031-326 80 80
www.schweizerhof-bern.ch

Täglich geöffnet. Alle Kreditkarten EC-Direct und Postcard. 

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