GaultMillau Wie neu geboren

«La Rinascente», Locarno TI Toll renoviert punktet das Lokal in der Altstadt mit köstlichen Gerichten von Marco Piroddi. Sehr zur Freude von Isabel und Mario Hüttenmoser und den Gästen.
Perfektes Team

Pächter und Catering-Organisator Mario Hüttenmoser mit seinem Gourmetchef Marco Piroddi (r.).
© Bruno Voser Perfektes Team Pächter und Catering-Organisator Mario Hüttenmoser mit seinem Gourmetchef Marco Piroddi (r.).

Der Name des Hauses – «Die Wiedergeborene» – könnte treffender nicht sein. Das mehrere Hundert Jahre alte Haus in der Altstadt von Locarno stand lange leer und ist nun ebenso aufwendig wie sorgfältig renoviert worden. Es hat moderne Hotelzimmer, ein Bistro und ein Gourmetlokal und wird geführt von Mario Hüttenmoser und seiner Frau Isabel.

Auf der grossen Terrasse kann man nicht nur essen, sondern in der darunterliegenden Küche auch den Meistern bei der Arbeit zuschauen.

Im Gourmetrestaurant ist Marco Piroddi der Chef, bekannt vom «Da Enzo» in Ponte Brolla. Wir haben im hübschen Innenhof des Gourmetteils gegessen. Das Menü hat fünf Gänge, kann aber auch viergängig genossen werden.

Den Auftakt machte ein Tortino Pomodoro, ein Tomatentörtchen. Es sah aus wie eine rote Cremeschnitte mit Lagen aus San-Marzano-Tomaten und Auberginen, begleitet von frittierten Basilikumblättern und etwas Creme aus Burrata, dem reichhaltigen Büffel-Mozzarella, und Basilikum. Köstlich.

Die hausgemachten Safrangnocchi als zweite Vorspeise waren angenehm leicht, aber kräftig im Geschmack. Obenauf lagen frittierte Calamaretti-Ringe und etwas Petersilienschaum. Auf zwei dünnen Scheiben gekochten Fenchels kam das gebratene Zanderfilet mit ein paar Kefen, dazu schwarzer Venere-Reis – zum Schwelgen!

Schöne Ankündigung des südlichen Sommers: zwei Lammkoteletten mit Kräuterkruste auf Ratatouille und mit neuen Kartoffeln.

Zum Dessert komponierte der Chef stockwerkartig Erdbeer-Parfait in Lagen zwischen knusprigem Mandelkrokant, dazu frische Erdbeeren und gekochte Rhabarberstücke, wunderschön.

Einer der Weine, die wir glasweise passend zu den Gängen wählten, war der fruchtige und doch schlichte Merlot Cherubino von Matasci Tenero. Zum Schluss war auch die Rechnung so bekömmlich wie das Essen – als Beispiel der Espresso: 4 Franken. Der Start der «wiedergeborenen» Küche ist gelungen, wir geben zum Auftakt 14 Punkte.

 

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