Gasthaus Schupfen, Diessenhofen Zauberhaft. Elegant. Stilsicher

Die «Entdeckung des Jahres» in der Deutschschweiz ist ein Versprechen für die Zukunft: Christian Kuchler eifert seinen grossen Lehrmeistern nach.
Grosses Talent! Küchenchef Christian Kuchler hat sein Metier bei Alain Ducasse und Vater Wolfgang von der Pike auf gelernt. Die Gäste freuts.
Grosses Talent! Küchenchef Christian Kuchler hat sein Metier bei Alain Ducasse und Vater Wolfgang von der Pike auf gelernt. Die Gäste freuts.

Küchenchef Kuchler? Den Namen kennen wir doch. Richtig: Christian ist der Sohn von Wolfgang Kuchler, der im «Schäfli» in Wigoltingen TG schon seit 20 Jahren für 18 Punkte kocht. Der Vater kann stolz sein: Sein ­Junior kocht mit 24 Jahren bereits erstaunlich stilsicher, aufwendig und elegant – er ist GaultMillaus «Entdeckung des Jahres» in der Deutschschweiz, ein Versprechen für die Zukunft!

Im zauberhaften 650-jährigen Anwesen direkt am Rhein (gut 2 Kilometer ausserhalb von Diessenhofen Richtung Stein am Rhein) waren wir schnell beeindruckt. Vom pochierten Wachtelei in Knob­lauchcreme und von der raffinier­ten Jakobsmuschel-Variation (Tatar, Sa­shimi, gebraten mit Zucchini) – zwei Appetithäppchen der schwierigeren Art!

Und von den Vorspeisen. Ein Sa­shimi etwa von erstklassigem Tuna und Orkney-Lachs. Oder eine grossartige Mini-Paella: Calamares, Langustinen, Flusskrebs, Moules und Pouletschenkel vom Mistkratzerli lagen da perfekt gebraten im Teller, dazu ein zum Würfel geformter Risotto. Christian Kuchler verheimlicht nicht, wer ihn zu diesem Gang inspiriert hat: Superstar Alain Ducasse. In dessen Brigade im «Plaza Athénée» in Paris hat der junge Thurgauer anderthalb Jahre gearbeitet, ehe er in der Heimat seinen ersten Chefposten antrat…

Der Einfluss des Vaters macht sich bei den Hauptgängen bemerkbar: Was für tiefe, intensive Saucen! Die kriegt nur hin, wer mit viel Material und noch mehr Geduld an seinen Fonds arbeitet. Sie adelten das Duo vom Kalb (Entrecote, Kalbsbacke) genauso wie das Zweierlei vom Rind (Huft, Milken; mit Gnocchi und Steinpilzen).

Simpel-sympathisch das Dessert: Thur­gauer Beeren, frisch gepflückt!
Einziger Schwachpunkt des Abends: Wer zur Vorspeise Jakobsmuscheln (im Räucherstörsud) ordert, möchte dieser Muschel nicht schon beim Amuse-Bouche begegnen. 
  

Gasthaus Schupfen
Steinerstrasse 501
8253 Diessenhofen

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