«Trash the Dress» Für diesen Trend brennen die Bräute

Verkrampfte und konservative Hochzeitsbilder? Nicht bei «Trash the Dress». Bei diesem Subgenre der Hochzeitsfotografie darf das Brautpaar rumsauen und alles tun, nur nicht langweilig sein. Ein Trend, den man schon in Holland gesehen hat und der auch die Schweiz erobern könnte.

Die Braut lässt sich im Kofferraum entsorgen, auf einem Fahndungsfoto ablichten oder gar anzünden. Und alles nur, um ein Hochzeitsbild der etwas anderen Art auf den Kaminsims stellen zu können. Die Botschaft ist deutlich: Wir, die Brautleute, sind anders.

Es war der Fotograf John Michael Cooper aus Las Vegas, der 2001 als Erster elegante Hochzeitspaare an aussergewöhnlichen Orten ganz im Stil der Modefotografie ablichtete. Die Idee: die Braut in einer Umgebung zu inszenieren, die im Kontrast zum Hochzeitskleid steht. Ganz ohne Rücksicht darauf, ob das Kleid schmutzig, nass oder zerstört wird. So wird das Kleid, das sonst im Schrank verstauben würde, zum Hauptrequisit für ausgefallene Fotos.

Die britische Zeitung «Daily Mail» vermutet, dass der Wunsch nach ausgefallenen Inszenierungen auch in Europa aufkeimen könnte. Denn schon im September 2009 folgte die niederländische Fotografin Melanie Rijkers dem amerikanischen Beispiel und inszenierte 99 Frauen, die sich mitsamt ihres Hochzeitskleides in die Fluten der Nordsee warfen.

Doch badende oder gar brennende Bräute stehen hierzulande noch nicht auf dem Routine-Programm von Hochzeiten. Im Gegenteil: Der Trend habe in der Schweiz noch nicht wirklich Einzug gehalten, erzählt Wedding Plannerin Barbara Rinderknecht von Lovelyevents: «Von dieser Art Fotografie habe ich noch nichts gehört. Unsere Kunden bevorzugen es eher konventionell.»

Auch SI-Fotografin Fabienne Bühler wurde für solch aufwendige Produktionen noch nicht angefragt. «Der Durchschnitt ist nicht so anspruchsvoll. Und so ein Shooting erfordert Zeit und muss gut geplant werden. Die hat das Paar am Hochzeitstag oftmals nicht. Meist geht es ja am nächsten Tag schon in die Flitterwochen», sagt Bühler.

Aber auch die Kosten spielten mit eine Rolle, sagt Bühler weiter. So kann sich nicht jedes frischvermählte Paar ein «Trash the Dress»-Shooting leisten, das je nach Idee und Aufwand eine ziemliche Stange Geld kosten kann.

Auch interessant