Audi A1 Ganz der Papa

Zum dritten Mal nimmt Audi einen Anlauf in der Klasse der Kleinwagen. Diesmal aber soll nichts schief gehen. In der Tat: Als nobler Cityflitzer hat der A1 das Zeug zum Bestseller.
Ganz der Papa
Ganz der Papa

«Die Armaturentafel ist weich geschäumt und fein genarbt», lobt Jens Müssig, als wir ihn auf das Cockpit ansprechen. Wie bitte? Der Projektmanager des A1 weiss um sein Fachchinesisch und erläutert schmunzelnd: «Wir haben im A1 die gleiche Wertanmutung wie in grösseren Modellen». Stimmt. Jeder Schalter fasst sich an wie in weit teureren Autos, die Sitze sind perfekt und das Ambiente edel. Tatsächlich setzt der 3,95 Meter lange Dreitürer so den Massstab für Kleinwagen.

Der dritte Anlauf soll schliesslich sitzen, nachdem zwei gescheitert warten: Der Audi 50 von 1974 blieb glücklos, weil VW ihn als Polo zum Hit machte. Und der A2 war vor zehn Jahren seiner Zeit zu weit voraus. Der A1 aber trifft den Nerv unserer Zeit. Ohne schlechtes Ökogewissen und Parkiersorgen, aber gewohnt luxuriös: Dafür haben sich die Ingolstädter nicht nur innen ins Zeug gelegt.


Optisch ist der A1 quasi ein massstabgerecht verkleinerter A4 mit Pepp in der Linie und mit dynamischem Blick. Der Dachbogen in Kontrakstfarbe kostet CHF 600.- extra, aber die Stopp-Start-Automatik ist serienmässig und der Durst klein. Geniesser greifen zum 1.4 TFSI mit 122 PS plus Doppelkupplungsgetriebe, der so dynamisch fährt, wie er tönt. Aber auch der 1,2-Liter-Benziner und der 1,6-Liter-Diesel (eine schwächere Variante folgt ebenso wie ein rasanter S1) wirken schön lebendig.

Zusammen mit der exzellenten Lenkung und der straff-ausgewogenen Federung bereitet der A1 zudem auch genau jenes dynamische Fahrvergnügen, das man bei einem Audi eben erwartet. Gar keine Kritik also? Das dann doch nicht: Im Fond stossen sich Erwachsene den Kopf - hier fordert eben die schick abfallende Dachlinie ihren Tribut. Aber schliesslich wird in absehbarer Zeit dann auch noch der A1 Sportback genannte Fünftürer nachgereicht.

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